2021 E5 Teil 3

DIE ALPEN ENDEN NICHT IN SÜDTIROL


Zu Fuß über die Alpen - diesen Lebenstraum hatte ich mir schon 2015 erfüllt und war in zwei Wochen auf dem E5 von Oberstdorf im Allgäu bis nach Bozen in Südtirol gewandert. Diese “Alpenüberquerung” ist aber eigentlich eine Mogelpackung, schließlich enden die Alpen nicht am Ufer von Etsch und Eisack. Die in dieser Angelegenheit überaus korrekte Alpenvereinssektion Mainz hat denn auch noch zwei weitere Wanderwochen auf dem E5 im Programm. Für den Sommer 2021 buchte ich mich dort ein, um von Bozen bis in die Nähe von Trient zu wandern - E5 Teil III.


Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, die GTA, die Grande Traversata delle Alpi, fortzusetzen, die ich 2016 begonnen hatte. Aber die Auswirkungen der Pandemie erschienen mir als zu ungewiss, um Zeit in die Planung einer Solotour zu stecken. So meldete ich mich beim Alpenverein an. Dort würde jemand anderes die Wanderung organisieren und falls uns Corona einen Strich durchmachen sollte, wäre es halb so schlimm. 


Genau rechtzeitig zum Starttermin hellte sich die Corona-Lage auf: Zwar musste man vor der Reise noch die etwas umständliche elektronische Anmeldung, das “Europäische digitale Passagier-Lokalisierungs-Formular”, ausfüllen und sich dazu beim Südtiroler Sanitätsbetrieb registrieren, dafür waren alle Reisebeschränkungen aufgehoben und ich sowieso bereits vollständig geimpft - Johnson & Johnson und einem Mannheimer Urologen sei Dank.  


Drei der fünf Mitwandernden sowie unseren DAV-Führer Werner hatte ich schon ein paar Wochen zuvor bei einem kleinen Ausflug in den Gonsenheimer Wald kennengelernt. An einem frühen Samstagmorgen trafen wir uns am Mainzer Hauptbahnhof wieder.


Blick auf Bozen / Bolzano

Jun 26, 2021

AUFATMEN ÜBER BOZEN

Die erste richtige Zugfahrt nach zehn Monaten bringt mich und meine Mitreisenden vom Alpenverein über den Brenner. Der Schwüle im Talkessel von Bozen entkommen wir direkt nach der Ankunft per Seilbahn.


Maria Weißenstein

Jun 27, 2021

KULTUR UND NATUR

Südtirols bedeutendster Wallfahrtsort, ein gewaltiger Canyon - das Auftaktprogramm bietet gleich einige kulturelle und landschaftliche Highlights.

Naturpark Trudner Horn

Jun 28, 2021

HILFE, WIR SIND ÜBERBUCHT!

Wir bleiben weiterhin unterhalb der Baumgrenze - dürfen uns aber trotzdem auf fantastische Fernblicke freuen. Der E5 führt durch den Naturpark Trudner Horn ins hoch über dem Etschtal gelegene Örtchen Gfrill.


Valle di Cembra

Jun 29, 2021

CIAO ITALIA!

Beim Gang ins Valle di Cembra überschreiten wir die Grenze zwischen Südtirol und Trentino. Dabei wandeln wir auf den Spuren eines Alten Meisters.


Wanderung durchs Lagorai

Jun 30, 2021

ENDLICH ALPIN

Im Cembratal eröffnen sich mehrere Routenoptionen auf dem E5. Wir sind vom Alpenverein, also gehen wir die alpine Variante über die Höhen des Lagoraigebirges an.


Lago Erdemolo

Jul 1, 2021

AUF DEM HÖHEPUNKT

Vom Rifugio Sette Selle aus haben wir es nicht weit zu einigen der tollsten Flecken, die das Fersental für Wandernde bereithält.


Valsugana

Jul 2, 2021

FINALE, OHO!

Wandert man den E5, wie er im Buche steht, muss man von Vetriolo nach Levico Terme absteigen und das recht dicht besiedelte Valsugana queren, ehe dann hinter dem Örtchen Santa Giuliana der Gegenanstieg durch eine Schlucht beginnt. Wir kürzen hier ab.


Piazza Duomo mit dem Neptunbrunner

Jul 3, 2021

DER BRENNER BRENNT

Bevor es mit dem Zug zurück nach Mainz geht, haben wir noch ein bisschen Zeit zur Erkundung Trients zur Verfügung. Die Heimreise ist dann eine mit Hindernissen.


FAZIT

Es ist ein anderes Wandern auf den südlichen Abschnitten des E5 als auf der "Rennstrecke" über den Alpenhauptkamm. Natürlich ist die Landschaft nicht ganz so spektakulär, schneebedeckte Gipfel und Gletscher sieht man nur in der Ferne, und manches Mal erinnerten die Waldwege eher an die aus der Heimat vertrauten Mittelgebirge als an die Alpen.


Dafür erlebten wir den Übergang vom deutschsprachigen in den italienischen Kulturraum sehr bewusst, trafen überall auf freundliche Gastgeber:innen und durften neben der Südtiroler auch die Trentiner Küche kosten. Schließlich bot das Felsgebirge des Lagorai dann doch auch noch zwei anspruchsvolle Wandertage. Die Woche war also alles in allem ziemlich abwechslungsreich.


Wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte ich nach sechs Tagen in Vetriolo oder an einem der Seen im Valsugana einen Off-Day eingelegt und wäre anschließend weiter Richtung Verona gewandert. So bleibt der letzte Teil des E5 aufgeschoben - aber sicher nicht für all zu lange Zeit.

Auf dem Monte Gronlait

ZAHLENSPIELE

Wegstrecke gesamt: 113 km 

Höhenmeter: +5.630 / -5.740