Kaunergrat Tag 6
Rifflsee, Pitztal


Sa, 19. Juli 25

COTTBUSER HÖHENWEG: GESPERRT

Kaunergrathütte (2.817 m) - Rifflsee (2.232 m) - Plangeross (1.620 m)


Über den Cottbuser und den Fuldaer Höhenweg lässt sich die Kaunergrat-Runde bis ans Talende zum Taschachhaus ausdehnen. Das war auch mein ursprünglicher Plan. Weil wir auf der Hütte nur noch fürs Matratzenlager hätten reservieren können, entschied ich mich aber für die komfortablere Variante, nämlich eine Unterkunft im Tal. Zumindest die halbe Strecke bis zum Rifflsee wollen wir heute aber noch absolvieren.


Tiefblau spannt sich der morgendliche Himmel über den Kaunergrat. Schwer vorstellbar, dass es heute Nachmittag gewittern soll. Aber wenn die letzten Tage eines mal wieder gelehrt haben, dann, dass es im Gebirge ganz schnell gehen kann mit einem Wetterwechsel. Wir sind trotzdem optimistisch, noch im Trockenen am Rifflsee anzukommen. Um viertel nach sieben machen wir uns an den steilen Abstieg ins Karlesegg, wo sich zahlreiche kleinere Zuflüsse zum mächtigen Lussbach vereinen, der weiter unten über insgesamt 200 Meter hohe Kaskaden ins Pitztal stürzt und bei Plangeross in die Pitze mündet.


Blick von der Kaunergrathütte auf den Gipfel Seekarlesschneid
Die Kaunergrathütte vor der Watzespitze
Blick auf die Watzespitze und ihre Gletscher
Im Karlesegg fließen mehrere Bäche zusammen.
Dunkle Wolken ziehen über die Watzespitze
Kühe blockieren den Weg
Umleitungsschild zum Cottbuser Höhenweg
Blick vom Start des Cottbuser Höhenwegs zurück Richtung Kaunergrat
Blick zur Rüsselsheimer Hütte auf der anderen Seite des Pitztals

Über Umwege auf den Cottbuser Höhenweg


Früher konnte man hier nach knapp 400 Höhenmetern Abstieg auf den Cottbuser Höhenweg einbiegen. Das geht viel zu einfach, hat sich eine Mure gedacht und 2024 den Weg unter sich begraben. Nun muss man weitere 400 Höhenmeter runter gehen, ehe eine Brücke über den Lussbach (2.094 m) in den neuen Zustieg führt. Über gerodete Büsche, Geröll und Blockwerk geht es dann mühsam den Hang hinauf – eine schweißtreibende Angelegenheit. Da haben wir gar nichts dagegen, dass die Sonne hinter Wolken verschwunden ist. Die Umleitung verlängert die Gehzeit von und zur Kaunergrathütte um etwa 45 Minuten, so dass wir erst zweieinhalb Stunden nach Aufbruch den Marsch über den Cottbuser Höhenweg beginnen. Aber wir haben ja Zeit.


Der neue Aufstieg zum Cottbuser Höhenweg beginnt am Lussbach unten
Blick auf Plangeross im Pitztal
Auf dem Cottbuser Höhenweg hat man den Pitztaler Gletscher i Blick
Cottbuser Höhenweg unterhalb des Brandkogels
Klettersteig auf dem Cottbuser Höhenweg
Wanderer im Klettersteig
Blick das Taschachtal hinauf

Wo der Weg nach Süden abknickt, haben wir einen schönen Blick auf Plangeross tief unten im Tal. Dort werden wir übernachten, könnten also auch direkt dahin absteigen. Aber den Höhenweg wollten wir schon gerne noch mitnehmen. Lohnt sich bereits der durchgehend grandiosen Aussicht wegen. Auch die Wegführung ist überaus abwechslungsreich und bietet nochmal die eine oder andere alpine Herausforderung, etwa einen Klettersteig durch eine Verschneidung. Das ist auch die einzige Stelle, an der uns andere Wandernde entgegenkommen und wir etwas warten müssen, ehe wir selbst mit voller Konzentration und beherzten Griffen ins Seil auch diesen Abschnitt meistern. 


Ziel in Sicht!


Nach eineinhalb Stunden auf dem Cottbuser Höhenweg kommt der Rifflsee in Sicht, der größte See in den Ötztaler Alpen. Noch einmal führt uns eine Umleitung über recht neu angelegte Serpentinen ein paar Höhenmeter hinauf, dann geht es in der Flanke des Brandkogels steil hinab in die breite Mulde mit dem gletschertrüben See (2.232 m). High Five!


Um Punkt 12 sitzen wir bei einer Runde Getränke auf der Terrasse der Seilbahnstation. Erfreulicherweise ist die Sonne wieder hervorgekommen. Allerdings erschlägt uns der ungewohnte Touristentrubel hier fast. Warum gibt es so wenige Menschen in leise?


Für 24 EUR gönnen wir uns eine Talfahrt mit der Rifflseebahn. 600 Höhenmeter à 4 Cent. Vor zehn Jahren kostete die Fahrt nur 14 EUR, was uns schon viel vorkam. Damals folgte der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte auf dem E5. Heute gewinnen wir keine weiteren Höhenmeter mehr. Unten in Mandarfen angekommen, hängen wir aber noch einen kleinen Spaziergang dran anstatt auf den Bus zu warten. Die zweieinhalb Kilometer bis Plangeross kommen jetzt gerade recht zum Auslaufen. So wandern wir heute auch wieder ein Stückchen E5.


Pizza
Blick die Pitze hinunter Richtung Plangeross
Blick die Pitze hinauf Richtung Talschluss
Geranien am Balkon mit Blick das Pitztal hinauf zum Mittagskogel
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Wolken hängen im Talschluss unterhalb des Mittagskogels

Zum Ausklang der Wanderwoche habe ich uns für zwei Nächte im Haus Elisabeth eingebucht, der Pension des 4-Sterne-Hotels Sonnblick gleich auf der anderen Straßenseite. Dort an der Rezeption checken wir ein und erhalten dabei auch eine Pitztal Sommer Card. Mit der können wir nicht nur kostenlos mit dem Bus das Tal  rauf- und runterfahren, sondern auch jeden Tag eine Seilbahn. Gut, ganz kostenlos ist das Angebot nicht. Man zahlt 4 EUR Kurtaxe pro Tag.

Zur Belohnung gibt es Pizza

Die erste Busfahrt bringt uns zurück nach Mandarfen, wo wir auf Pizza und Weißbier im Bar-Restaurant Siglu einkehren. Aus der Ferne hören wir Donnergrollen und über uns schieben sich bedrohlich dunkle Wolken zusammen. Wir beeilen uns mit dem Essen, denn wenn es jetzt ein Unwetter gibt, wollen wir lieber den nächsten Bus zurück zum Hotel nehmen. In den knapp 15 Minuten, die bis zur Abfahrt bleiben, schaffen wir es, in Ricci’s Ladele, einem winzig kleinen, aber erstaunlich gut sortierten Lebensmittelgeschäft, einzukaufen, und Dirk ersteht sogar noch ein T-Shirt in einem Sportladen. Hier in Mandarfen ist aber auch alles gleich um die Ecke voneinander, auch die Bushaltestelle.


Das Unwetter wird dann gar nicht so arg. Ein heftiger Schauer, ein bisschen Blitz und Donner. Es reicht aber, um die Pitze anschwellen zu lassen. Das können wir an den Steinen im Flussbett erkennen, die es auf einmal überspült. Gut, dass wir nicht mehr oben am Berg sind.


Unterkunft: B&B Elisabeth, Plangeross - 120 EUR inkl. Frühstück  

Wegstrecke: 10,5 km

Höhenmeter: +560 / - 1.150


Nützliche Links

pitztal.com - Infos vom Tourismusverband Pitztal

kaunertal.com - Infos vom Tourismusverband Tiroler Oberland

Kaunergrat-Runde - die klassische 5-Tages-Tour

DAV Mainz - die Sektion kümmert sich um einige Wege und eine Hütte im Pitztal