Langental

RUND UM DEN SCHLERN

29. Sep 2025

DURCH DAS LANGENTAL ZUR PUEZHÜTTE

(13 km / ↑↓ 895 m)


Vergleiche zwischen Landschaften auf unterschiedlichen Kontinenten hinken meistens, aber als ich das erste Mal Bilder vom Langental mit seinen rechts und links steil aufragenden Felswänden sah, kam mir direkt das Yosemite Valley in Kalifornien in den Sinn, einer unserer absoluten Lieblingsorte. Die Wanderung durch das Tal zur Puezhütte übertraf alle Erwartungen – 10 von 10.


Im Fassatal gab es eine Straßensperrung – also führte uns der kürzeste Weg von Welschnofen nach Sexten durch das Val Gardena, das Grödnertal. Perfekte Gelegenheit, einmal das Langental zu erwandern, das dort hinter der letzten Ortschaft Wolkenstein Richtung Nordosten abgeht.


Langental, Vallunga

Im Schatten ist's frostig


Am Taleingang ducken sich die Reste der mittelalterlichen Burg Wolkenstein in eine Nische des Monte Stevia. Ein großer, gebührenpflichtiger Wanderparkplatz zeigt an, dass das Langental alles andere als ein Geheimtipp ist. Um 10 Uhr sind wir aber mit die ersten, die sich auf den Weg über den noch weitgehend im dunklen Schatten liegenden Talboden machen. Es ist ein ungewöhnlich kalter Herbsttag, aber der wolkenlose Himmel deutet schon an, dass wir heute nicht durchgehend frösteln werden.


An der pittoresken Sylvesterkapelle (1.630 m) vorbei geht es in den Wald. Nach einer guten halben Stunde weitet sich das Tal. Die Sonne fällt auf eine ausgedehnte Almfläche und lässt den Raureif von den Wiesen als Nebel aufsteigen. Wunderschön! 


Rechts ragt der wuchtige Lietristurm auf und an der Kante der vor uns liegenden Felswand kann ich drei Fahnenmasten ausmachen. Die dürften zur Puezhütte gehören, unser Ziel fürs Mittagessen. Jetzt freuen wir uns aber erstmal über die wärmenden Sonnenstrahlen.


Die Aussicht wird immer besser


Der Wanderweg wird nun zu einem Pfad und, einem Bach folgend, immer steiler. Etwas mühsam geht es durch eine schuttgefüllte Rinne, dann über ein mit großen Felsblöcken übersätes Plateau und über Hänge, an denen rechts und links des Weges Edelweiß und Enzian blühen. Großartig ist der Blick zurück talauswärts über die Seiser Alm zum Schlern. 


Blick zurück ins Langental
Aufstieg zur Puezhütte
Blick zurück
Es blüht am Wegesrand
Edelweiß
Neue und alte Puehütte
Puezhütte mit einladender Terrasse
Blick zur alten Hütte

Kurz vor eins sind wir oben am Rand der Puezhochfläche und damit an der mit einer wirklich traumhaften Aussicht gesegneten Puezhütte (2.475 m). Wir haben Glück mit unserem Timing: Die Hütte hat nur noch diese Woche geöffnet, dann endet die Sommersaison. Wäre fast schon tragisch, hier nicht mit einem Aperol Spritz auf die tolle Wanderung anstoßen zu können.


Aperol Spitz auf der Puehütte
Mittagessen: Bratkartoffeln mit Spiegelei

Die Puezhütte ist Dreh- und Angelpunkt


Schon seit 1889 gibt es an diesem Ort eine Schutzhütte. Anfangs bestand die aus einem einzigen Raum mit drei Betten, ehe 1910 das heute noch bestehende Häuschen errichtet wurde. Das ging nach dem Ersten Weltkrieg an die CAI-Sektion Bozen, die erstmal renovierte und die Hütte Mitte der 1920er Jahre wieder in Betrieb nahm. Im Sommer 1982 wurde dann der Neubau ein paar Meter weiter eröffnet, das heutige Rifugio Puez. 


Mehrere populäre Wanderwege kommen vorbei, nicht nur der aus dem Langental. Die Puezhütte ist auch Zwischenstation auf dem Dolomiten Höhenweg 2. Hier endet die anspruchsvolle Etappe durch die Puez-Geisler-Gruppe, die bei der Schlüterhütte beginnt. Kein Wunder, dass auf der Terrasse gut Betrieb ist. Der offenbar bestens eingespielte Service hat aber alles im Griff und wir sehen bald zwei Gläser Spritz und kurz darauf zwei Teller Bratkartoffeln mit Eiern und Speck vor uns stehen. Lecker. Vielleicht gab es zum Nachtisch sogar noch einen zweiten Aperol...


Nach einer Stunde machen wir uns wieder auf die Socken. Auf einem praktisch ebenen Höhenweg geht es am Rand des Puezmassivs entlang, Langkofel und Sella fest im Blick. Mir fällt ein, dass wir vor vier Jahren nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt durch die Pizzascharte auf die andere Seite des Bergrückens gewandert sind. Auch dort flashte uns die Aussicht, vor allem von der – damals leider schon geschlossenen – Steviahütte.


Aussichtsreicher Höhenweg über dem Langental
Wegweiser
Richtung Col de Dusac
Blick auf die angezuckerte Mondlandschaft von Crespeina
Blick Richtung Grödner Joch und Sella
Blick Richtung Landkofel
Wir näherns uns der Waldgrenze
Über Stufen geht es abwärts
Wir tauchen wieder ein in den Wald
Hoch ragen die Felswände aus dem Tal auf
Zurück auf dem Hauptweg durch das Langental
Sylvesterkapelle
Blick zurück ins Langental

Unterhalb der Wand des Col de Dusac fällt der gut ausgebaute Weg über unzählige Stufen steil ab und trifft in der Nähe der großen Wiese schließlich wieder auf den breiten Hauptweg, den wir heute Morgen taleinwärts spaziert sind. Nun ist es nur noch eine halbe Stunde bis zur Kapelle und dem Parkplatz kurz dahinter. Gegen vier Uhr sind wir zurück am Auto, absolut begeistert von dieser tollen Tour.


Nützliche Links

outdooractive.com - Details und Karten zur Wanderung

valgardena.it - alles für den Urlaub in Gröden

val-gardena.com - Infos über den Naturpark Puez-Geisler

suedtirolerland.it - die verschiedenen Regionen der südtiroler Dolomiten im Überblick

Südtirol Mobil - Fahrplansuche für Bus und Bahn