Kaunergrat Tag 2
Tiefentalalm, Kaunergrat, Pitztal


Di, 15. Juli 25

ALMENWEG: GESPERRT

Weixmannstall (1.426 m) - Rosskopf (2.306 m) - Tiefentalalm (1.880 m)


Entlang des Kaunergrats schlängelt sich ein schöner Wanderweg von Alm zu Alm durch den Bergwald – der Pitztaler Almenweg. Wir wollen von Trenkwald zu ihm aufsteigen und bis zur Tiefentalalm wandern, der einzigen Übernachtungsmöglichkeit auf diesem Weg. Eine Sperrung macht den Plan zunichte.


Die Häuser von Weixmannstall im Pitztal

Wir sitzen im Bus nach Trenkwald, als mich in der Outdooractive-App eine Warnmeldung mit Datum gestern anspringt: “Almenweg wegen mehreren Murenabgängen gesperrt”. Genau der Abschnitt des Wegen zwischen Trenkwald und der Arzler Alm ist nicht passierbar – wohl schon seit einer ganzen Weile, nun aber auf unbestimmte Zeit. Deshalb die aktuelle Meldung. Seltsam, dass mir die Sperrung nicht früher aufgefallen ist.


Retour nach Sankt Leonhard


Beim nächsten Halt an der Siedlung Weixmannstall steigen wir aus dem Bus. Der alternative Zustieg zum Almenweg ist bei Sankt Leonhard. Da sind wir schon durchgekommen, müssen nun also zurücklaufen. So kommt es, dass unsere Tour direkt auf dem E5 beginnt, der entlang der Pitze durch das Tal führt. Die meisten E5-Gruppen lassen diesen Teil ja aus, fahren mit dem Bus zum Talende und steigen direkt dort zur Braunschweiger Hütte auf. Zum Aufwärmen kommt uns der breite Weg am Bach jetzt gerade recht.


Wir hätten nun sogar Zeit, das Tiroler Steinbockzentrum zu besuchen. Ausgerechnet Dienstag ist dort Ruhetag. Also wandern wir unverrichteter Dinge Richtung Arzler Alm (1.875 m) weiter, die wir gegen Mittag erreichen. Kurz kommt die Sonne hervor, verschwindet aber hinter grauen Wolken, als wir uns nach einer kleinen Stärkung wieder auf die Socken machen. Bis zur Tiefentalalm wäre es auf direktem Wege jetzt nur eine Stunde Gehzeit. 400 Meter über uns lockt allerdings das Gipfelkreuz des Rosskopfs. Der Weg weiter rauf ist frei, bestätigt die Wirtin. Also nehmen wir uns den vor.


Blick über das Pitztal zum Geigenkamm
Almhütte auf der Arzler Alm
Blick zurück über die Weiden an der Arzler Alm
Im Aufstieg zum Kreuzjoch
Eine Regenfront zieht heran
Person am Gipfelkreuz des Rosskopfs
Wir tragen uns ins Gipfelbuch ein
Wolkenfetzen hängen an den Bergkämmen
Ein Wanderweg führt in ein abgelegens Hochtal
Alpensalamander auf einem Stein
Wanderer im Abstieg ins Tiefental
Ein Bach schlängelt sich durchs Hochtal
Wegweiser zur Arzler Arm über Kreuzjoch
Die Sonne scheint in das grüne Tal
Wanderer am Gebirgsbach
Große alte Bäume am Rand der Weidefläche
Tiefentalalm mit Terrasse am Bach

Leider erwischt uns dann im Aufstieg über das Kreuzjoch ein Regenguss. Als wir um 13:45 Uhr am Gipfel ankommen, zieht der Schauer weiter. Wolkenfetzen bleiben an den Bergen hängen. Unter denen steigen wir in ein verstecktes Hochtal ab, durch das ein Bach mäandert, die Tiefentaler Alpe. 


Idyll am Bach: Tiefentaler Alm
Drei Ziegen auf der Terrasse
Zigenkopf von oben
Ziege schaut in die Kamera
Kaspressknödelsuppe
Doppelbett unterm Dach

Just als wir im Talgrund ankommen, reißt der Himmel auf. In herrlichem Sonnenschein gehen wir nun das letzte Stück durch eine traumhaft schöne Almenlandschaft, und erreichen gegen 15 Uhr die Hütte mit großer Terrasse und Kinderspielplatz direkt am Bach. Mehr Idyll geht nicht.


Die einzigen Übernachtungsgäste sind wir

Über eine Stiege an der Rückseite der Almhütte kommt man auf den Dachboden, wo vier große Doppelbetten untergebracht sind – unser Nachtlager. Wir wären die einzigen Gäste, teilt uns die super freundliche Wirtin mit. Eigentlich hatten noch zwei Leute reserviert, aber die hätten abgesagt. Wir können uns also ausbreiten, wie wir wollen. Für die Körperpflege gibt es ein Waschbecken in der Toilette – oder den Bach. Strom hat es keinen, aber immerhin steht an jedem Bett eine batteriebetriebene Leuchte. Reicht.

Wir verbringen einen faulen Nachmittag auf der Terrasse. Drei freche Ziegen sorgen für Unterhaltung. Die haben es nicht nur auf die Geranien an den Fenstern abgesehen, sie betteln auch an den Tischen nach Happen. Schließlich werden sie in ihr Gatter jenseits des Bachs gescheucht. Gegen Abend kommen dann auch Kühe und Pferde aus dem Wald. 


Es sollte morgen besser nicht regnen

Auf einem kleinen Hügel oberhalb des Fahrwegs kann man gerade so das Handynetz aus dem Tal anzapfen. Wichtig, um die Wettervorhersage zu aktualisieren. Die Bergfex-App hat nun für morgen nur gegen Abend Regen in der Vorhersage. Vor ein paar Tagen waren noch 25 Liter angesagt. Das stimmt uns optimistisch, die lange Etappe zur Verpeilhütte wie geplant durchziehen zu können. Die klingt schon den Zahlen nach grenzwertig: fast 15 Kilometer und mehr als 1.700 Höhenmeter im Auf- sowie 1.600 im Abstieg bei einer voraussichtlichen Gehzeit von 8 Stunden. Da sollte es nicht auch noch regnen.


Schon bald nach dem Abendessen begeben wir uns in die Betten. So schön die Vorstellung wäre, den Tag draußen mit Blick auf die Berge und den plätschernden Bach ausklingen zu lassen, so sehr hat dieser feucht-kühle Juli-Abend etwas dagegen. Gute Nacht.


Kühe und Pfere am Bach

Unterkunft: Tiefentalalm - 40 EUR inkl. Frühstück 

Wegstrecke: 10,5 km

Höhenmeter: +930 / -475


Nützliche Links

pitztal.com - Infos vom Tourismusverband Pitztal

kaunertal.com - Infos vom Tourismusverband Tiroler Oberland

Kaunergrat-Runde - die klassische 5-Tages-Tour

DAV Mainz - die Sektion kümmert sich um einige Wege und eine Hütte im Pitztal