Gsellwiesen

RUND UM SEXTEN

21. Sep 2019

DIE GSELLWIESEN

(9 km / ↑600 ↓805 m)


Oberhalb von Sexten und zu Füßen der mächtigen Dreischusterspitze breitet sich eine traditionell bewirtschaftete Almenlandschaft aus - die Wiesen von Inner- und Außergsell. Vom Ortsteil Moos aus lassen die sich einmal der Länge nach bis ins Innerfeldtal queren. Wir entscheiden uns aber für eine Variante mit ÖPNV-Unterstützung.


Nachdem wir den Vormittag mit der Beobachtung des Almabtriebs von Moos nach Sexten verbracht hatten und der Tag dabei immer wärmer wurde bis wir schließlich im T-Shirt herumlaufen konnten, und bevor wir auf dem Volksfest versacken, nehmen wir uns für den Nachmittag die Wanderung aus dem Innerfeldtal über die Gsellwiesen vor.


Wir steigen in den Linienbus Richtung Innichen und am Abzweig Innerfeldtal in den Shuttlebus um, der das Tal den ganzen Tag lang bis zum Parkplatz am Antoniusstein befährt. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Dreischusterhütte, wo der Aufstieg zur Dreizinnenhütte beginnt, ein Klassiker unter den Touren in den Sextner Dolomiten und Teil des Dolomiten-Höhenwegs.


Wir wandern vom Antoniusstein aus nicht weiter talaufwärts, sondern folgen den rot-weißen Markierungen auf dem Weg 12A Richtung Außergsell. Dieser windet sich bald sehr steil an den Hängen der bis zu 2.875 Meter hohen Gsellknoten hinauf zu einer Kreuzung.


Der perfekte Picknick-Platz


Auf einer Kuppe - immerhin schon 2.007 Meter hoch - dehnen sich lichte Lärchenwalder und Magerwiesen aus, die Außergsellwiesen. Auf Italienisch heißt der Hügel Monte Casella di Fuori. Hier wäre der perfekte Platz für ein Picknick. Aber da die Schatten immer länger werden, verweilen wir hier nicht lange. Schließlich wollen wir noch bei Tageslicht in Sexten ankommen.


Unterhalb der Gsellknoten
Unterhalb der Gsellknoten
Blick ins Innerfeldtal
Gsellknoten
Außergsellwiesen
Außergsellwiesen
Außergsellwiesen
Außergsellwiesen
Weiter zu den Innergsellwiesen
Blick auf den Karnischen Hauptkamm
Blick zurück auf die Außergsellwiesen

Vom Außer- zum Innergsell, dem Monte Casella di Dentro, geht es über eine Schotterhalde in der Flanke des Nördlichen Gsellknotens. Die liegt nun im Schatten und damit wird es von einem Moment auf den anderen bitterkalt. Der Aufstieg in der Sonne war bis dahin eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Nun ziehe ich mir schnell die Regenjacke über, nicht dass ich mich ausgerechnet auf dieser lockeren Nachmittagswanderung erkälte.


Der Krieg hinterließ auch hier seine Spuren


Am Innergsell stoßen wir auf die Reste alter Stellungen. Atemberaubend ist der Blick hinüber Richtung Rotwand und Elferkofel. Auch dort befinden sich Überbleibsel aus dem Alpenkrieg, der hier besonders gnadenlos tobte. Die haben wir schon auf der letzten Reise erkundet.


Während ich so meinen Gedanken über Krieg und Frieden nachhänge, passiert es: Ich trete mit dem linken Fuß neben den Weg, knicke auf den Mauerresten eines Bunkers um und lege mich der Länge nach hin. Autsch! Es trifft den selben Knöchel, der schon im Sommer auf dem Meraner Höhenweg nach einem ähnlichen Missgeschick dick angeschwollen war. Schlimmeres ist allerdings nicht passiert. Ich beiße auf die Zähne und versuche den pulsierenden Schmerz wegzulaufen. 


Der Abstieg hat es in sich


Vom Innergsell nach Sexten ist es ein knackiger Abstieg von 800 Höhenmetern. Der Wurzelpfad durch den Bergwald ist feucht und rutschig. Conny hat mich bald abgehängt, mit meinem Knöchel mache ich lieber langsam und versuche, jeden Schritt überlegt zu setzen. Dieses Problem hat der große Baummarder nicht, der meinen Weg kreuzt und in den Wipfeln verschwindet.

Nach dem ersten, fast senkrecht abfallenden Stück treffen wir auf den breiten Waldweg Nummer 16. Ein junges Paar mit riesigen Rucksäcken steht zweifelnd an der Kreuzung und fragt mich, ob das der Aufstieg zu den Gsellwiesen sei. Anscheinend ist ihr Plan, dort im Zelt zu übernachten. Mit der Information, dass da oben ein recht eisiger Wind weht, bestärke ich ihre Zweifel. Wir lassen sie das dann mal untereinander ausdiskutieren und wünschen ihnen einen schönen Abend.


Um kurz nach 18 Uhr und damit nach gut vier Stunden Wanderung haben wir den Waldrand erreicht und nähern uns über Wiesen und Weiden Sexten. Im kleinen Festzelt am Dorfplatz wird noch immer gefeiert. Und pünktlich zum Abendessen sind wir zurück im Hotel Monika. Selbstverständlich!


Nützliche Links

outdooractive.com - Details und Karten zur Wanderung

drei-zinnen.info - Website des Tourismusvereins Sexten

suedtirolerland.it - die verschiedenen Regionen der südtiroler Dolomiten im Überblick

Südtirol Mobil - Fahrplansuche für Bus und Bahn