2009 USA 14
Im Needles District

Do, Oct 1, 2009

NEEDLES REWIND

Moab verlassen, ohne eine unserer absoluten Lieblingswanderungen zu absolvieren - unvorstellbar. Vor drei Jahren hatten wir den Chesler Park Trail im Needles District des Canyonlands Nationalparks schon einmal erwandert. Damals war es erheblich wärmer als heute. 15 Grad, eine herrliche klare Luft und strahlender Sonnenschein. Besser geht's nicht.


Schon den zweiten Morgen hintereinander weckt mich der Lärm draußen auf dem Parkplatz. Der Motel-Stil des Ramada bedingt, dass man jeden Reisebus-Check-Out direkt vor der Tür hat - und die schleusen hier jede Nacht einen anderen Bus durch. Der schmeißt morgens um 7 Uhr den Diesel an, damit die Klimaanlage auch schön warmläuft. Dann werden die Koffer in den Laderaum geknallt. Nach einer Stunde kehrt wieder Ruhe ein, denn dann ist das Ding vom Hof. Normalerweise hätte ich mir da die Ohropax in den Gehörgang geschoben und nochmal an der Matratze gelauscht. Heute Morgen wollen wir aber eh früh los, denn es geht in die Needles und dahin ist es eine längere Fahrt.


Schon die Anfahrt ist ein Traum


Allein die Fahrt aber ist den Besuch dieses Teils der Canyonlands schon wert: die 211 entlang des Indian Creek ist eine der schönsten Scenic Routes im Südwesten. Dabei kommen wir auch am Newspaper Rock vorbei - gibt aber nix Neues. Unser Ziel ist der Elephant Hill, Ausgangspunkt für den Chesler Park Trail.


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Eine Klapperschlange kreuzt unseren Weg


Die Gegend mit den rot und weiß gestreiften Felstürmen gefällt uns genauso gut wie beim letzten Besuch. Nur zwei französische Frauen nerven: erst holen sie uns in irrem Lauftempo ein, um dann genau dort anzuhalten, wo wir gerade eine Pause einlegen, und anschließend in unserem Tempo weiter zu gehen. Da wir keine Lust auf Gesellschaft haben, lassen wir sie am Beginn des Rundwegs auf dem Hochplateau vorlaufen und biegen dann in die andere Richtung ab. Schon können wir die traumhafte Landschaft wieder alleine genießen.


Plötzlich ein Aufschrei hinter mir - Conny ist einer Klapperschlange begegnet und die hat direkt ihre Rassel angeworfen. Hat funktioniert, Conny hat sich fast zu Tode erschreckt. Komisch: mich hat die Schlange einfach vorbeilaufen lassen.


Nachmittags auf dem Rückweg kommen uns irre viele Leute entgegen. Die wenigsten sehen so aus, als wollten sie hier draußen übernachten. Oder als würden sie eine Nacht in der Wildnis auch nur überleben. Na ja, nicht unser Problem. Wir sind nach 5,5 Stunden wieder am Auto. War wirklich klasse!


Wir und das Auto brauchen eine Dusche


Zurück in Moab gönnen wir unserem Rav4 eine Wäsche. Sollten jetzt eigentlich keine Dirt Roads mehr kommen. Schon vor ein paar Tagen haben wir einen kleinen Besen gekauft, um wenigstens ab und zu mal den Sand von der Ladekante zu fegen, damit wir uns nicht jedes Mal einsauen, wenn wir den Kofferraum be- oder entladen. Jetzt rücken wir dem roten Sand mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe.


Nach dem Auto ist es auch für uns Zeit für eine Dusche. Im Ramada gibt es doppelte Duschköpfe. Damit kann man sich also beide Schultern gleichzeitig massieren lassen. Kommt nach so einer Wanderung sehr gelegen.


Das Abendessen ist großes Kino


Das Abendessen gestaltet sich dann kompliziert. Wir wollen auf eine Pizza zu Zax, aber da ist wohl Family night. Geht zu wie im Ikea-Kinderparadies, nur die Bälle fehlen. Und für draußen auf der Terrasse, wo es etwas ruhiger ist, ist es uns definitiv zu kalt. Also landen wir wieder bei unserem Lieblings-Italiener und ergattern zwei Plätze vor der Bar. Großes Kino! Für die Tische müssten sie eigentlich Eintritt nehmen. Die ganze Küchen-Action in Fullscreen und dazu noch freier Blick auf die 25-köpfige Reisegruppe, die gerade verköstigt wird.


Joint Trail
Joint Trail
Joint Trail

Auch furchtbar: da hockt man den ganzen Tag in so einem Bus aufeinander und wenn man dann abends eigentlich Freigang hat, futtert man doch wieder mit allen Mitreisenden das vorbestellte Standard-Menü. Diese Art des Reisens ist für uns einfach unvorstellbar. Amüsant auch die beiden Japaner am Nebentisch: Die versuchen der Bedienung klar zu machen, dass sie mit dem üblichen Eiswasser so gar nichts anfangen können und lieber heißes Wasser hätten um noch mehr Tee aufgießen zu können. Bekommen sie aber nicht. Schade eigentlich.


Zurück im Hotel gibt es noch Grey's Anatomy und eine Flasche Chardonnay aus Moab, danach wird gepackt. Morgen verlassen wir Utah Richtung Colorado.


Gefahren: 161 Meilen / 259 Kilometer

Hotel: Ramada Inn, Moab