Seceda

RUND UM DEN SCHLERN

27. Sep 2020

DER AUSSICHT WEGEN

(12 km / ↑↓ 563 m)


Neben den Drei Zinnen und dem Pragser Wildsee gehört die Seceda zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Dolomiten - zumindest auf Instagram. Der Blick vom Gipfel über die Abbruchkante der Grashänge und die wie Finger ausgreifenden Geislerspitzen gehört dort zum Inventar mit Zehntausenden von Aufnahmen. Aber nicht nur für Fotografen lohnt sich die Auffahrt, Wanderer finden in Sichtweite des überlaufenen Aussichtspunkts wunderschöne Wege in die wilde Kulisse des Naturparks Puez-Geisler. 


Die meisten Ausflügler starten von Sankt Ulrich mit der Seilbahn Richtung Seceda. Wenn man aber eh wandern will, bietet es sich an, das Grödner Tal ein paar Kilometer weiter hinauf nach Sankt Christina zu fahren. Von hier geht die Col Raiser Bahn und da kostet die Berg-und-Tal-Fahrt nur 21 statt 34 Euro. Der Haken: von der Bergstation aus sind es vier Kilometer und gute 400 Höhenmeter bis zur Seceda. Die Wanderung geht allerdings durchgehend auf angenehm zu laufenden, breiten Wegen über Almwiesen und Skipisten. Immer wieder bleiben wir stehen, um die Aussicht auf die Geislerspitzen vor uns, die von unten eher wie ein Buckel aussehen, und das beeindruckende Panorama aus Sella und Langkofel in unserem Rücken zu genießen.


So schön, wir wandern gleich zwei Mal rauf


Nach knapp zwei Stunden erreichen wir in 2.519 Metern Höhe das Gipfelkreuz der Seceda. Die Aussichtsplattform daneben hat eine metallene Umrandung, auf der sämtliche von diesem Logenplatz aus erkennbaren Berge markiert sind - vom Ortler bis zum Großglockner können wir sie heute alle ausmachen. Aber was ist das? Binnen weniger Minuten schieben sich aus allen Richtungen Wolken über uns zusammen. Ich schieße noch schnell ein paar Fotos des berühmten Panoramas Richtung Geislergruppe, dann verschwinden die letzten Sonnenstrahlen - sehr zu Connys Ärger, die nicht schnell genug auf den Auslöser gedrückt hat. Grau in Grau ist die Aussicht natürlich nur halb so schön.


Geislerspitzen
Blick von der Seceda
Gipfelkreuz
Grödner Tal, Sella und Langkofel
Auf dem Weg zur Panascharte
Panascharte
Die Sonne kommt nochmal raus...
Winteridyll

Wir laufen über die schneebedeckten und daher mitunter sehr rutschigen Wiesen quer zur Hangkante zur Panascharte, einem Übergang ins Raschötz genannte Tal unterhalb des Wandsturzes der Seceda. Der Weiterweg durch die Rotwand ist den Kletterern vorbehalten. Also folgen wir den Treppen bergab Richtung Troier Hütte, als über uns der Himmel aufreißt. Sieht so aus, als würde es nun wieder ein paar Lücken in der Wolkendecke geben. Also noch einmal hinauf zur Seceda! Conny bekommt ihre Fotos für den Instagram-Account und das Treppenziel für heute ist damit auch schon erreicht.


Hinter der Troier Hütte verlassen wir das Skigebiet und wandern in den Naturpark Puez-Geisler. Wo es nun mehr über Gestein als über Wiesen geht, lassen wir damit auch den Schlamm hinter uns, in den der schmilzende Schnee die Wege verwandelt hat. An der urigen Pieralongia Schwaige probieren wir frisch gebackene Krapfen und hausgemachte Schorle. Für ein paar Minuten blinzelt uns dabei sogar die Sonne entgegen, dann ziehen vom Langkofel dicke, dunkle Wolken herüber. Sieht nach neuem Schneefall aus.


So when you really love me...


An den Pieralongia-Felsen, die aussehen, als wäre ein Ufo in die Erde gerammt, schlängelt sich der Weg durch den schönsten Abschnitt der Tour. Wir ignorieren alle Wegweiser zur Regensburger Hütte und folgen dem Pfad bis zum Talschluss. Auf einer Wiese entdeckt Conny Edelweiß. Wir freuen uns wie kleine Kinder darüber - noch nie haben wir Edelweiß im Gebirge gesehen, auf all unseren Touren nicht. Höchstens mal im Blumenkasten einer Berghütte.

 

Zwischen den steil um uns herum aufragenden Wänden haben sich die Wolken gestaut und ein richtiges Schneegestöber setzt ein. Wir beeilen uns, über die Geröllfelder am Cislesbach zu kommen, und sind bald in einem Wäldchen, das Schutz vor dem Schnee bietet. Ab der Regensburger Hütte sind es dann noch etwa 20 Minuten auf breiten Wegen bis zur Seilbahnstation am Col Raiser. Eine erlebnisreiche Wanderung war das - nicht zuletzt wegen des ständig wechselnden Wetters. So ist das halt manchmal in den Bergen.


Nützliche Links

outdooractive.com - Details und Karten zur Wanderung

valgardena.it - alles zum Urlauben im Grödner Tal

seiseralm.it - Tourismuswebsite der Ferienregion Seiser Alm

suedtirolerland.it - die verschiedenen Regionen der südtiroler Dolomiten im Überblick

Südtirol Mobil - Fahrplansuche für Bus und Bahn