2010 NYC Day 2
Flatiron Building

Sa, Feb 20, 2010

SAMSTAG AUF DEM FLOHMARKT

Flea markets zu durchstöbern ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der New Yorker am Wochenende und nach dem Motto "When in Rome, do as the Romans do" wollen wir da heute gerne mitmachen.

Das frühe Aufwachen nutze ich für eine Jogging-Runde. Wann hat man dabei schon mal so eine Aussicht wie vom Hudson River Waterfront Walkway?! Der Spazierweg verläuft fast durchgehend direkt am Fluss. Nur ab und zu muss man mal hinter einem Gebäude entlang laufen. Richtung Süden endet er allerdings an einem Jachthafen, ansonsten könnte man glatt bis zum Liberty State Park rennen. Ich mag es ja, dass man beim Joggen in einer unbekannten Stadt gleich die Nachbarschaft erkunden kann. So verschaffe ich mir ein bisschen Orientierung in Jersey City.


Jersey City ist ein interessanter Mix aus Alt und Neu

 

Auffällig sind die vielen nagelneuen Apartment-Hochhäuser mit bestimmt fantastischen Aussichten. Nach 9/11 sind zahlreiche Firmen aus Downtown Manhattan auf die andere Hudson-Seite umgezogen, so dass Jersey City mittlerweile selbst eine ganz amtliche Skyline hat. Zwischen den Hochhäusern gibt es zwar auch noch einige Brachflächen, daneben aber ebenso Straßenzüge mit typischen Brownstone-Stadthäusern. Einige Ruinen erinnern daran, dass Jersey City mal ein wichtiger Industrie- und vor allem Eisenbahn-Standort war. Heute ist es vor allem eine Schlafstadt für Pendler. Immerhin 250.000 Menschen leben hier, zu Hochzeiten vor dem Zweiten Weltkrieg waren es sogar über 300.000.


Nur ein paar Minuten sind es nach Downtown Manhattan


Nach dem Frühsport werfe ich Conny aus dem Bett und wir machen uns auf nach Manhattan. Die PATH-Station Exchange Place ist direkt vor dem Hotel und für einsfünfundsiebzig fährt man in ein paar Minuten unter dem Hudson hindurch zum World Trade Center. Hier gibt es allerdings keinen direkten Anschluss (mehr) an das New Yorker Subway-System, so dass man auf jeden Fall ein paar Straßen weiter zu einer der umliegenden Stationen laufen muss. Am Wochenende ist das eine entspannte Übung, werktags befindet man sich mitten im Pendlerstrom.


Wir nehmen die U-Bahn zur 42nd Street und besuchen erstmal den Hell's Kitchen Flea Market. Der gilt als größter Outdoor-Flohmarkt der Stadt, beschränkt sich jetzt im Winter aber auf eine überschaubare Anzahl von Ständen. Der alte Trödel ist aber ganz interessant. Wenn man daheim ein Restaurant hätte und das auf Old-School-America trimmen wollte: hier würde man fündig.


Ein üppiges Frühstück genehmigen wir uns dann im Skylight Diner in der 34th Street. Ein Diner wie aus dem Bilderbuch mit gigantischen Muffins und verführerischen Torten in der Auslage. Dazu kann man hier für New Yorker Verhältnisse erstaunlich günstig essen. Ein guter Tipp aus dem Time Out New York-Reiseführer, den man eh uneingeschränkt empfehlen kann. Ich hatte eigens für diese Reise die neueste Ausgabe besorgt.


Ist das Trödel oder kann das weg?


Weiter zum nächsten Flohmarkt. Der auf einem unbebauten Grundstück neben einer Kirche in der 25th Street sieht eher aus wie eine Sperrmüll-Halde. Der mehrstöckige Antikmarkt im Gebäude gegenüber ist dagegen sehr interessant. Schließlich geht es in die Mutter aller New Yorker Flohmärkte, die Antiques Garage. Jedes Wochenende bauen hier die Händler ihre Stände in einem Parkhaus auf. Dieser Markt hat wohl die beste Auswahl, aber auch gesalzene Preise. Uns ist das jedenfalls zu teuer um ein Souvenir mitzunehmen, das man eigentlich nicht braucht. Warum soll man für leere Flaschen zehn Dollar zahlen, nur weil sie 50 Jahre alt sind?


Am berühmten Flatiron Building legen wir einen ausführlichen Foto-Stopp ein, ehe es dann per Subway Richtung Uptown geht. Wir wollen in das Museum of the City of New York. Das befindet sich nördlich der 103. Straße am Central Park und ist einen Besuch wert. Interessante Ausstellungen zur Geschichte und zu Geschichten der Stadt und anders als für viele andere New Yorker Museen muss man dafür keinen halben oder ganzen Tag opfern. So sind wir nach knapp zwei Stunden durch und früh genug für einen nachmittäglichen Bummel im Central Park. Der ist bei dem schönen Winterwetter Schauplatz einer wahren Völkerwanderung von Joggern, Radfahrern und Hundebesitzern. Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein.


Als uns die Füße langsam wehtun, steigen wir in die nächstbeste U-Bahn-Station und fahren zurück ins Hotel. Abendessen gibt es wieder in der Nachbarschaft, nämlich in einer Uno Chicago Grill-Filiale. Überraschend gutes Essen in netter Atmosphäre, dazu eine große Auswahl an Bieren. Cheers!