20141011 NE 14
Perkins Cove

Sa, Oct 11, 2014

SCHÖNER ORT AM MEER

Heute wollen wir das nächste Kapitel unserer Reise durch New England aufschlagen: Aus den Bergen geht's ans Meer.

Angedacht hatte ich eigentlich, über den Feiertag nach Portland zu fahren, in der Erwartung, dass man in der größten Stadt Maines im Gegensatz zu den Ausflugsregionen problemlos ein bezahlbares Hotelzimmer finden müsste. Aber denkste, Portland ist ausgebucht. Die einschlägigen Portale zeigen wirklich kein einziges freies Zimmer mehr an. Schließlich sind wir in Ogunquit fündig geworden, einem kleinen Seebad ganz im Süden des nordöstlichsten Bundesstaats der USA. Das Colonial Inn wird uns dort die nächsten zwei Tage beherbergen. Geld sparen wir da keins, aber was soll's. Wir haben haben schließlich Urlaub. Zwei Stunden Fahrt sind es bis Ogunquit, das lässt also keine all zu großen Strapazen befürchten.

 

Der Tag beginnt mit Warten

 

Das erste Mal in diesem Urlaub bietet unser Hotel kein Frühstück an. Nicht schlimm, wir gehen gerne dafür aus. Unsere Wahl fällt auf das Stairway Café gegenüber des historischen Bahnhofsgebäudes im Zentrum von North Conway. Die Schlange dort geht vom Gastraum im ersten Stock eine steile Treppe runter bis auf den Gehsteig. Da es anderswo auch nicht anders aussehen dürfte, stellen wir uns geduldig in die Reihe. Nach 20 Minuten wird ein kleiner Tisch für uns frei. Wir ordern Rührei und Eggs Benedict mit Hummer. Nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend.

 

Entlang der Hauptstraße reiht sich in North Conway Laden an Laden, darunter mit Zeb's General Store ein sehr originelles Geschäft mit allen nur vorstellbaren Souvenirs und Spezialitäten New Englands. Wir erstehen dort unverzichtbare Dinge wie Fichtenräucherstäbchen und Ahornsirupkaramell. Dann haben wir genug von dem Getümmel.

 

Kurzer Abstecher auf den Kanc

 

Auf Wanderungen haben wir heute keine Lust - es ist zu kalt und die Tour gestern war anstrengend genug. Aber ein paar hübsche Spots in der Umgebung wollen wir noch abklappern, etwa den Echo Lake State Park. Der kleine Badesee präsentiert sich bei grauem Himmel zwar nicht ganz so fotogen wie beim letzten Besuch, aber hübsch anzuschauen ist die sich im Wasser spiegelnde Wand der Cathedral Ledge allemal. Dann drehen wir noch die Runde über den von uns vorgestern noch nicht befahrenen Abschnitt des Kancamagus Highway, halten an der Albany Covered Bridge und fliehen dann vor den Besuchermassen. Was für ein Glück, dass wir schon unter der Woche in den White Mountains gewesen sind!

 

Bei Dunkin Donuts besorgen wir eine kleine Stärkung für die Fahrt (in New England gibt es mehr Dunkin Donuts Filialen als Starbucks und McDonalds zusammen!), dann geht es gegen den Verkehr Richtung Atlantikküste. Je näher wir dieser kommen, desto schöner wird das Wetter.

 

Huch, hier waren wir ja schonmal!

 

Am frühen Nachmittag erreichen wir Ogunquit. Auf der Route 1 geht es im Stop-and-go durch den Ort. Jetzt fällt uns auch ein, dass wir Ogunquit total schön fanden, als wir hier auf der letzten Reise durchgekommen sind. Nun dürfen wir also bleiben. Perfekt!

 

Das gebuchte Colonial Inn ist ein sehr hübsch renoviertes Hotel im, richtig, Kolonialstil - das letzte klassische Grand Hotel aus dem 19. Jahrhundert in dem Badeort. An der Rezeption können wir deutsch sprechen, der Manager ist vor 20 Jahren aus Berlin nach Maine eingewandert. Wir beziehen ein sehr geräumiges Zimmer mit zwei Queensize-Betten und Sofa in einem der Nebengebäude - alles tiptop. Sogar einen schmalen Streifen Meer können wir von unserem Fenster aus über den Dächern sehen. Nichts wie hin!

 

Der Name Ogunquit soll "schöner Ort am Meer" in der Sprache der hier einst lebenden Abenaki bedeuten. Zurecht. Und weil es so schön ist, stehen in Ogunquit auch jede Menge prächtiger Villen mit Meerblick. Allerdings gehen die Grundstücke nicht direkt bis ans Wasser, denn auf den Klippen verläuft seit 1925 ein Spazierweg, The Marginal Way. Der verbindet die Ortsmitte mit dem kleinen Hafen Perkins Cove und erfreut sich bei Besuchern wie Einheimischen gleichermaßen großer Beliebtheit. Gleich um die Ecke von unserem Hotel befindet sich ein Zugang zum Marginal Way.

 

Die schönsten Abende verbringt man am Meer

 

Wir lassen uns die frische Seeluft um die Nase wehen und genießen die herrliche Abendstimmung. Auffällig die vielen gut gekleideten Menschen hier auf dem Weg. Beim Näherkommen hört man, dass sie alle französisch sprechen. Klar, Kanadier! Die Gegend ist ja so etwas wie die Riviera der Québécois. Es ist wirklich lustig, dass man die von den amerikanischen Touristen schon von weitem unterscheiden kann: Sweater und Tennisschuhe - Amerikaner; Hemdkragen und modische Jacke - Kanadier.

 

An der Perkins Cove besteht die Qual der Wahl zwischen mehreren Fisch-Restaurants. Wir entscheiden uns für das rustikale Barnacle Billy's, wo wir einen Tisch direkt über dem Wasser bekommen. Bei der Bestellung einer Flasche Wein werden wir nach der ID gefragt - das erste Mal auf dieser Reise. Der Urlaub scheint uns gut zu tun.

 

Conny bestellt eine Lobster Roll (wegen der Mayo mag ich die nicht so gern), für mich gibt es New England Chowder und Jakobsmuscheln im Speckmantel mit Ahornsirup. Genial! Pünktlich zu einem traumhaft schönen Abendrot verlassen wir das Restaurant, drehen noch eine Runde um die Läden in den alten Holzhäuschen auf der Hafenmole und spazieren schließlich zurück zum Colonial Inn. Ganz schön kalt ist es jetzt so ohne Sonne. Im Hotelzimmer stellen wir direkt mal die Heizung an.

Unterkunft: The Colonial Inn, Ogunquit

Gefahrene Meilen: 83

 

Nützliche Links

Welcome to New Hampshire - offizielle Tourismus-Website von New Hampshire

VisitTheUSA - über die "ultimate outdoor-lover’s destination"

New England Today - best scenic hikes in the Whites

Mount Washington Valley - die perfekte Rundfahrt um Mount Washington

Visit Maine - was es alles an der Southern Maine Coast zu sehen gibt

Southern Maine Coast - Vacation Guide für das südliche Maine

Beautiful by the Sea - Besucherinfos zu Ogunquit