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Peak Foliage

Fr, Oct 10, 2014

DEM ELCH AUF DER SPUR

Wo der Freitag schönes Wetter verspricht, verlängern wir spontan unseren Aufenthalt in den White Mountains. Die Wanderung zum Nancy Pond führt tief hinein in das wilde Herz dieser rauen Berge.

Erstmal müssen wir aber leider ausziehen aus dem Covered Bridge House. Fürs lange Wochenende ist das Bed & Breakfast ausgebucht, wie die Gegend zu dieser Jahreszeit überhaupt zu den beliebtesten Ausflugszielen im Nordosten der USA gehört. Im benachbarten North Conway haben wir eines der letzten freien Hotelzimmer ergattern können. Wir packen unseren Krempel ins Auto und fahren ein paar Meilen durch die Crawford Notch zum Trailhead am Nancy Brook.

 

Wie wir so durch den Laubwald spazieren komme ich ins Grübeln: Ist es so clever, das Auto samt all unserer Sachen am Straßenrand stehen zu lassen? Wäre es vielleicht besser gewesen, wenigstens die Ersatzschlüssel aus dem Handschuhfach zu nehmen? Und den Kofferraum so zu verriegeln, dass man ihn nicht von innen öffnen kann? Nein. Ja. Ja. Conny kann meinem Gedankengang folgen. Ich dreh' dann mal um. Ohne Rucksack und im Laufschritt marschiere ich zurück ans Auto, nehme alle Schlüssel an mich, schließe doppelt ab und gehe den Weg zurück. Nach einer halben Stunde habe ich Conny wieder eingeholt und wir setzen unsere Wanderung fort.

 

Im Walde rauscht ein Wasserfall

 

Ganz tolle Gegend übrigens! Der Trail folgt stets leicht bergan eben besagtem Nancy Brook, führt zwei Mal über den Bach und steigt dann in steilen Serpentinen auf zu einem beeindruckenden Wasserfall, die Nancy Cascades. Ein Fotograf, er war mir auf dem Rückweg vom Auto vorausgegangen, ist fleißig am Bilderreihen schießen. Er fragt, ob er mir Platz machen solle. Nö, danke, die Fälle sind sicher auf dem Rückweg auch noch da und dann bestimmt im Schatten, was das Fotografieren vereinfachen dürfte.

 

Nun folgt der laut Beschreibung schwierigste Teil der Wanderung, die nächste halbe Meile sind mal wieder Serpentinen und Klettern angesagt. Um so schöner ist das Hochplateau auf dem wir am Ende des Anstiegs rauskommen. Ein Urwald voller Sümpfe, durch die ein Bohlenweg führt. Wir entdecken Elchspuren - und sind völlig angefixt: Wir wollen den Elch sehen!

 

So leise wie es nur geht schleichen wir weiter. Aber natürlich bekommen wir das Tier nicht zu Gesicht. Am Nancy Pond vorbei erreichen wir schließlich Norcross Pond, ein ordentlich großer See, dem ein Biberdamm zu noch höherem Wasserstand verholfen hat. Vom Abfluss des Sees hat man einen tollen Blick in die unberührte Wildnis der Pemigewasset Wilderness und auf die Twin Range.

 

Wo ist der Elch?

 

Auf dem Weg zurück treffen wir den Fotografen von vorhin. Er fragt, ob wir den Elch gesehen hätten. Nee. And you? Nee, auch nicht. Scheue Tiere halt. Zurück zum Wasserfall. Der wird nun auf Speicherkarte gebannt, dann geht es zügigen Schrittes bergab Richtung Ausgangspunkt. Es kommen uns jetzt tatsächlich noch einige Wanderer entgegen. Weiter als bis zum Wasserfall will aber wohl keiner von denen mehr laufen. Nach sechs Stunden haben wir dann die gut achteinhalb Meilen hinter uns gebracht. Hat Spaß gemacht! Und das Auto wurde auch nicht aufgebrochen.

 

Umzug nach North Conway

 

Unser Hotel für die nächste Nacht liegt mitten in North Conway. Auf der Hauptstraße ist am späten Nachmittag ganz schön Betrieb. Die Wochenendbesucher rücken an! Wir beziehen ein riesiges Zimmer im Golden Gables Inn, duschen den Schweiß des Tages ab und fahren wie schon gestern Abend ins Red Parka. Schließlich habe ich heute Geburtstag, da ist nochmal ein Steak in unserem Lieblingsrestaurant fällig. Auf Nachtisch verzichten wir diesmal allerdings. Ist besser so.

Unterkunft: Golden Gables Inn, North Conway

Gefahrene Meilen: 48

 

Nützliche Links

Welcome to New Hampshire - offizielle Tourismus-Website von New Hampshire

VisitTheUSA - über die "ultimate outdoor-lover’s destination"

New England Today - best scenic hikes in the Whites

Hike New England - Details zur Wanderung

Mount Washington Valley - die perfekte Rundfahrt um Mount Washington