20180219 Madeira Tag 3
hoch über der Nordküste

Mo, Feb 19, 2018


WILDE KLIPPEN

Auch die heutige Wanderung erfordert eine längere Anfahrt von Calheta, denn wir wollen ganz in den Nordosten Madeiras, dort wo die Insel nur noch wenige Kilometer breit ist. Hier lockt ein als “abenteuerlich” beschriebener Küstensteig. Genau unser Ding.

An Funchal und dem Flughafen vorbei, dabei unterqueren wir die spektakulär auf unzählige Betonstelzen gebaute Start- und Landebahn, fahren wir bis zu einem alten Tunnel, der von Machico in Richtung Canical führt. An einem Wasserhäuschen direkt neben dem Tunnel treffen wir auf die Levada do Canical, der wir gegen die Fließrichtung in das Tal der Ribeira Seca folgen.



Bald lassen wir die Häuser hinter uns, und wo nach etwa einer Stunde Fußweg der Anstieg zur Boca do Risco beginnt, verklingt auch so langsam das ständige Bellen der Hunde. Würde mich ja verrückt machen, wenn ich hier wohnen müsste...


Plötzlich unter uns: das Meer


Die Boca do Risco ist ein markanter Geländesattel, auf dessen Höhe man recht unvermittelt hunderte Meter unter sich das Meer rauschen sieht. Nach rechts und links geht der Blick entlang der schroffen Küste, geradeaus lässt sich gerade so die Nachbarinsel Porto Santo ausmachen. Die liegt in der Sonne, dazwischen hält sich aber ein graues Wolkenband, aus dem es anscheinend auch regnet. Hoffentlich bleibt das noch eine Weile draußen über dem Meer.


Wir folgen dem Pfad nach links und leicht bergab durch den Ausblick versperrende Baumheide. Bald führt der Weg aber ausgesetzt entlang 300 Meter tiefer Abgründe. Fehltritte sollte man sich hier nicht leisten. Wir mögen solche schmalen, felsigen Steige ja sehr gerne und bleiben immer wieder stehen, um die Aussicht zu genießen. Während wir beim Aufstieg von Machico aus kaum einen Menschen zu Gesicht bekamen, sind hier nun doch einige Mitwanderer unterwegs.


Uralte Wirtschaftswege


Der wilde Klippenweg führt bis nach Porto da Cruz und war früher die einzige Verbindung zwischen Machico und der Hafenstadt an der Nordküste, von der aus Zuckerrohr verschifft wurde. Mittlerweile sind die beiden Orte über Tunnel verbunden und der Weg wird nur noch von Wanderern genutzt, nicht mehr von Lastenträgern.


Bis nach Porto da Cruz sind es gut zwölf Kilometer. Es würde sich dann empfehlen, mit dem Bus zurück zum Ausgangsort zu fahren. Wir laufen lieber den selben Weg retour, als Porto da Cruz so langsam in Sicht kommt. Damit gehen wir den spektakulärsten Teil der Wanderung denn auch gleich zweimal.



An der Boca do Risco weht nun eine sehr steife Brise, die auch einige Regentropfen dabei hat. Aber nichts Dramatisches. Einigermaßen trockenen Fußes erreichen wir nach viereinhalb Stunden das Auto und machen uns an die Rückfahrt nach Calheta.


Pooltime!


Wunderbarerweise können wir den Nachmittag für ein Sonnenbad nutzen. Zwar schieben sich auch immer mal wieder Wolken vor die Sonne, aber es lässt sich doch prima am Pool aushalten. Zum Schwimmen ist das Wasser in den unbeheizten Becken zu kalt.


Zum Sonnenuntergang gönnen wir uns Cocktails an der Rooftop Bar des Hotels. Zum Dinner verlassen wir aber wieder unsere luxuriöse Unterkunft und kehren wie schon vorgestern Abend in der Manifattura Di Gelato ein. Es gibt Spaghetti mit Shrimps für Conny und Degenfisch in Kokosteig für mich, sowie Tiramisu und Eis hinterher. Lecker.


Nützliche Links

Visit Madeira - offizielle Tourismus-Website der Insel

Savoy Saccharum - die Homepage unseres Hotels

Outdooractive - Beschreibung der Wanderung bis Porto da Cruz