2012 Heartland US Day 12
Queensboro Bridge über dem East River

Di, Sep 11, 2012

UND ABENDS IN DIE HIPSTER-HOCHBURG

Ein bisschen Shopping, ein bisschen Sightseeing, dazu ein Konzert in der Music Hall of Williamsburg - so ein Tag in New York füllt sich fast von selbst.

Gut geschlafen haben wir, das Hotel liegt ziemlich ruhig. Gestern Abend habe ich einen fantastisch sortierten Supermarkt entdeckt, den Food Cellar. Hier gibt es sogar eine Theke mit "Hot Breakfast Items", die ziemlich lecker sind. Einen Teil des Frühstücks nehmen wir mit raus ans Ufer des East River und genießen den Blick auf die Skyline. Auf dem Pier nebenan finden aufwendig aussehende Dreharbeiten statt, für die ein ganzes Buffet am Straßenrand aufgebaut ist. Wir können aber keine Stars erkennen.


Danach geht es mit der U-Bahn nach SoHo in unser Lieblings-Shopping-Revier. Wir brauchen ja nichts mehr, aber, hey, das ist New York! Im Adidas-Store werde ich sofort fündig. Die haben hier Deutschland-Trikots für 80 Dollar. So viel kosten die bei uns in Euro. Leider haben sie das Grüne nicht in der passenden Größe. Nehme ich halt eins von Red Bull New York. Eigentlich finde ich Red Bull-Vereine ja inakzeptabel, aber, hey, das ist New York! Dazu noch ein Brooklyn Nets Shirt und ein Paar coole Sneakers - schon sind nochmal 200 Dollar weg. Immerhin kommt auch in New York keine Tax drauf.


Menschenmassen schieben sich über die High Line


Ansonsten schauen wir hier und da in die Läden, kaufen aber nichts mehr. Quer durchs ruhige, fast dörflich wirkende Greenwich Village spazieren wir ans Hudsonufer. Von hier ist es nur ein kurzer Weg bis zur High Line. Der Park auf den alten Bahngleisen ist mittlerweile doppelt so lang wie bei unserem ersten Besuch 2010 - aber kein Geheimtipp mehr. Fast schon Menschenmassen schieben sich da drüber.


Zum Lunch kehren wir im Chelsea Market ein. Ich gönne mir eine New England Chowder im Lobster Place, wo um uns herum die asiatischen Touristen Unmengen von Hummer zerlegen. Von der Penn Station aus fahren wir zum Hotel. Als ich meine Mailbox abhöre, ist ein Anruf unseres Führers der Brooklyn Walking Tour drauf, die wir für morgen früh gebucht haben. Leider muss er diese wegen eines Arzttermins absagen. Schade, werden wir wohl nochmal nach New York kommen müssen.


Rock'n'Roll in der Music Hall


Heute Abend geht es aber auch schon nach Brooklyn, genauer gesagt in die Hipster-Hochburg Williamsburg. Mit der Music Hall of Williamsburg steht hier sozusagen die Batschkapp von Brooklyn. Für alle Nicht-Frankfurter: Dort haben alle schon gespielt oder wollen zumindest noch dort spielen. Da ich ja vom Fach bin, will ich mir die Location unbedingt mal anschauen. Das einzige halbwegs interessante Konzert während unseres Aufenthalts: The Vaccines, eine Indierock-Band aus London. Von einer Kollegin bin ich gewarnt worden, das sei Sound fürs Bierzelt - was ich mir aber wiederum lustig vorstelle. Ein paar Songs kenne ich und finde die ganz witzig.


Da wir viel zu früh dran sind, suchen wir uns noch einen kleinen Italiener ums Eck, die D.O.C. Wine Bar. Die Panini sind nichts besonderes, summieren sich mit einem Glas Wein und einer Cola aber auf 40 Dollar. Na ja. Danach holen wir die per Will-Call reservierten Tickets ab, haben aber immernoch jede Menge Zeit bis Konzertbeginn. Immerhin gibt es in der Music Hall ein Happy Hour-Bier für 5 Dollar. Da kann man nicht meckern. Wir drehen noch eine Runde durch Williamsburg. Die Bars und Restaurants auf der Bedford Avenue sind jetzt richtig voll. Ist wohl die Berger Straße von Brooklyn.


Die Vorband erleben wir im Keller des Clubs in einem gemütlichen Sofa lümmelnd am Fernseher. Sehr praktisch. Krass ist übrigens, das Klo unter die Stelle der Bühne zu bauen, an der das Drumset steht. Holla…


Pünktlich um 22 Uhr gehen The Vaccines auf die Bühne. Das Konzert ist ausverkauft, der Raum aber nicht übervoll. So können wir uns den Auftritt ganz entspannt am FOH stehend anschauen. So schlimm ist die Band live gar nicht. Rock'n'Roll eben. Der Gesang könnte etwas lauter sein. Allerdings ist es unglaublich kalt in dem Laden. Nach einer knappen Stunde haben wir genug gefroren und machen uns auf den Heimweg. Der dauert dann immerhin 45 Minuten, denn auch in der Stadt die niemals schläft, fahren spät abends die U-Bahnen nicht mehr all zu dicht getaktet.

Hotel: Wyndham Garden Long Island City - 133 EUR via booking.com