2012 Heartland US Day 11
Downtown Brooklyn

Mo, Sep 10, 2012

ALLE WEGE FÜHREN NACH BROOKLYN

New York City heißt die letzte Station unserer Reise, die uns dem Hudson River folgend in die 8,5-Millionen-Metropole führt. Allerdings auf Irrwegen.

Woodbury Common Outlet Mall

Das Frühstück im ABVI lassen wir aus. Nicht so die Familie des Betreibers. Im Food Court der Mall gibt es einen Cinnabon. Wir lieben die Zimtrollen! Eine der leckersten Sachen, die es in Deutschland nicht gibt. Und sie machen garantiert satt. Die Woodbury Common Outlet Mall haben wir beim letzten New York-Besuch schon geplündert. Da wir nichts mehr brauchen, schauen wir nur noch pro forma in einigen Läden rein. Bei den "normalen" Marken lassen sich hier eh kaum Schnäppchen machen. Nike verkauft zum Beispiel fast ausschließlich zum "Suggested Retail Price", also genauso teuer, wie im normalen Einzelhandel. Bei den ganzen Luxuslabels mögen sich ein paar Dollars sparen lassen, das ist aber eh nicht unsere Liga.


Das Hudson River Valley ist ein geschichtsträchtiger Ort


Nur eine Hügelkette entfernt fließt der Hudson durch die Landschaft. Das Hudson River Valley wäre einen eigenen Urlaub wert, so viel lässt sich hier entdecken und unternehmen. Leider haben wir nicht mehr Zeit als für einen kurzen Abstecher. Wir schauen uns die Fort Montgomery State Historic Site an. Die Festung wurde zwar schon in ihrer ersten Schlacht am 6. Oktober 1777 von den Engländern eingenommen und zerstört. Immerhin hielt das Gefecht die Truppen aber so lange auf, dass sie bei der viel wichtigeren Schlacht von Bernis Heights weiter flussaufwärts nicht mehr eingreifen konnten. Der Verlauf des Krieges wendete sich zugunsten der amerikanischen Patrioten.


Das Museum ist montags geschlossen, die Überreste des Forts lassen sich aber auf einem schön angelegten Rundweg, auf dem die Anlage und der Ablauf der Battle of Fort Montgomery mittels Infotafeln erklärt wird, besichtigen. Dazu hat man wunderbare Ausblicke auf den Fluss. Und hier sind wir auch wieder am Appalachian Trail. Der kommt vom Bear Mountain runter, quert auf einer Brücke den Popolopen Creek und führt direkt am Museum vorbei. Es handelt sich um den ältesten Abschnitt des Trails.


Vor uns waren schon andere Hessen hier...


Sehr schön ist auch der benachbarte Bear Mountain State Park. Der riesige Parkplatz lässt erahnen, was hier an einem warmen Sommer-Wochenende los sein muss. Unzählige Picknickplätze gruppieren sich um den Hessian Lake. Dessen Name erinnert an die 250 gefallenen hessischen Soldaten auf Seiten der Engländer, deren Leichen in den See geworfen wurden, worauf dieser sich für Tage blutrot färbte und daher auch als "Bloody Lake" bekannt ist. Ist das eine gruselige Geschichte, oder was? Heute ist die ganze Gegend ein Idyll, in das wir unbedingt mal im Herbst zum Wandern kommen müssen.


Über die Bear Mountain Bridge fahren wir dann ans andere Hudson-Ufer, wo es auf dem Hudson River Parkway nach Süden Richtung New York City geht. Auch von dieser Seite hat man immer wieder schöne Ausblicke auf den großen Strom. Das Navi haben wir auf "Autobahn vermeiden" gestellt. Als wir komplett Manhattan entlang immernoch am Hudson fahren, kommt mir die Routenplanung langsam spanisch vor. Wir müssen ja auf die andere Seite der Stadt, das Hotel steht am East River. Vielleicht wäre Autobahn doch die gescheitere Option gewesen? Dann verpassen wir in einer unübersichtlichen Baustelle den Tunnel nach Brooklyn und müssen über die Brücke. Auch hier: Baustelle, Stau.


Wo geht's hier zum Hotel?


Schließlich spuckt uns TomTom in der richtigen Straße, aber in Brooklyn statt in Long Island City aus. Autsch! Wäre es eine Maßnahme gewesen, mal 'ne neue Karte aufzuladen? Wir probieren es mit der Eingabe "Stadtzentrum Long Island City". Die Richtung stimmt schonmal. In LIC kurven wir noch ein wenig, stehen nochmal in einer Baustelle, dann kommen wir auf einmal am Wyndham Garden Hotel vorbei. Thank God!


Fix Check-In, dann Autorückgabe. Wieder rüber nach Manhattan. Wir sind eine Stunde über der Zeit, die Rückgabe an der Dollar-Station in der 22nd Street geht aber problemlos über die Bühne. Bis ich entdecke, dass die Lady hinterm Schalter uns für 61 Minuten zwei Stunden extra berechnet hat - samt aller Versicherungen, Extrafahrer etc. für einen ganzen Tag! Macht schlappe 140 Dollar Mehrkosten. Zurück und mit der Dame diskutieren macht wahrscheinlich wenig Sinn. Die konnte nichtmal den Weg zur U-Bahn auf Englisch erklären. Und was soll man sich im Urlaub auch herumärgern. Da wird halt daheim noch etwas Schriftverkehr mit FTI bzw. Dollar fällig. (Edit: Tatsächlich führte meine Beschwerde bei FTI nach einigen Wochen der Bearbeitung zur Erstattung von 130 Dollar.)


Endlich wieder daheim!


New York fühlt sich für uns immer ein bisschen wie Heimkommen an. Das Gefühl hatten wir beide schon beim zweiten Mal. Dies ist unser sechster bzw. bei mir sogar schon der siebte Besuch der Stadt. Was unbedingt dazugehört: Eine Pizza bei Lombardi's in der Spring Street, der ältesten Pizzeria Amerikas. Dazu ein frisches Brooklyn Lager - herrlich!


Noch kurz bei Starbucks vorbei, dann nehmen wir die Metro zurück zum Hotel. Das ist drei Blocks von der Station entfernt, was echt okay ist. Und die Gegend ist gar nicht schlecht. Klar, Long Island City ist vor allem Gewerbegebiet, hier werden so ziemlich alle Taxen, Limousinen und Hot Dog-Karren der Stadt repariert. Trotzdem gibt es in der Nachbarschaft vom Wyndham viele Bars, Delis und einige Supermärkte. Dazu wächst am East River ein neues Apartment-Hochhaus neben dem anderen gen Himmel. Kein Wunder bei dem Ausblick.


Vom sehr schön angelegten Gantry Plaza State Park aus lässt sich die Skyline von Midtown Manhattan aus einer tollen Perspektive fotografieren. Man steht direkt gegenüber der Vereinten Nationen. So bin ich abends hier nicht der einzige, der mit Stativ und Kamera unterwegs ist. Ich bräuchte nur mal ein richtig lichtstarkes Objektiv...

Gefahren: 90 Meilen / 145 Kilometer

Hotel: Wyndham Garden Long Island City - 133 EUR via booking.com