2012 Heartland US Day 8
Horseshoe Falls

Fr, Sep 7, 2012

DONNERNDES WASSER

Ein Muss für jeden Besucher der Niagarafälle ist natürlich die Bootsfahrt in die Gischtwolken. Aber auch flussabwärts gibt es Interessantes zu entdecken, bis der Niagara schließlich in den Lake Ontario mündet.

Falls sich schon mal jemand gefragt haben sollte, wo der teuerste Starbucks der Welt steht: Niagara Falls dürfte es spielend in die Top 10 schaffen. Kaffee, Chai Tea, Croissant und ein Stückchen Kuchen summieren sich auf 20 Dollar. Nicht schlecht.


Wir absolvieren DAS touristische Pflichtprogramm überhaupt an den Niagarafällen - die Fahrt mit einem der Maid of the Mist Boote. Um 10 Uhr morgens hat man da keine Wartezeit. Knapp 20 Dollar pro Nase abgedrückt, mit dem Aufzug zum Anleger gefahren, in einen blauen Plastikkittel geschmissen - los geht's. Die Sonne steht zu der Tageszeit zwar sehr ungünstig zum Fotografieren. Auf der Maid of the Mist Tour ist das aber so etwas von egal, denn das viel größere Problem als der Stand der Sonne ist das Wasser, das praktisch von allen Seiten kommt. Die Linse bleibt da nicht mal eine Sekunde lang trocken. Am besten, man packt einfach die Kamera weg und genießt die Fahrt an den Fuß der Horseshoe Falls - und die Dusche.



Die Hitze dämpft die Wanderlust


Nach der Schiffschebootschefahrt gehen wir zwecks Klamottentausch kurz im Hotel vorbei und fahren dann ein paar Meilen flussabwärts zum Niagara Glen Nature Center. Dahinter kann man sich auf verschlungenen Wanderwegen zu Fuß den Stromschnellen des Niagara River nähern. Es geht über steile Stufen, Stock und Stein - wenn es nicht schon wieder so drückend heiß wäre, würde das uns richtig Spaß machen. So aber haben wir bald genug und steigen wieder zum Parkplatz auf. Im Auto wird die Klimaanlage auf volle Pulle gestellt.


Weiter geht die Fahrt Richtung Niagara-on-the Lake. Die Straße trägt nicht umsonst den Namen "Niagara River Parkway", denn es kommt einem vor, als ob man durch einen Park fährt, so gepflegt sind hier die Seitenstreifen, Golfplätze und Vorgärten. Dass die Gegend auch als Obstgarten Kanadas gilt, erkennt man unschwer an den zahlreichen Marktständen, die entlang der Straße frische Früchte anbieten. Dazu kommen jede Menge Weingüter, in denen man "Tastings", also Weinproben, vornehmen könnte. Ich weiß allerdings nicht, wie weit man da käme, denn es sind viele Weingüter. Sehr viele.


Ein Ort für Gartenfreunde


In Niagara-on-the-Lake mündet der Niagara River in den Ontario-See, der weiter östlich in den St. Lorenz ausläuft, der noch viel weiter östlich in den Atlantik strömt. Wie es sich für eine Kleinstadt am See gehört, stehen hier besonders viele stattliche Villen. Uns gefallen vor allem die viktorianischen Holzhäuser, von denen gefühlt jedes zweite ein Bed & Breakfast ist. Die Gärten sind genauso aufwendig gestaltet wie die Blumenrabatten entlang der Main Street. Das erfreut sicher die Gartenfreunde aus dem britischen Mutterland, die busweise in Niagara-on-the-Lake abgesetzt werden. Wir drücken den Altersschnitt der Besucher gewaltig.


In einem kleinen Supermarkt besorgen wir ein paar Leckereien fürs Picknick und suchen uns damit einen Platz am Seeufer. Gestärkt geht es anschließend den Parkway zurück flussaufwärts. Wir halten nochmal am Whirlpool, um die Seilbahn anzuschauen, die hier über die Stromschnellen fährt. Eine sinnlose Beschäftigung diese Fahrt, finde ich. Bei unserem Stopp haben gerade Polizisten die Gondel in Beschlag genommen und suchen von oben den Fluss ab. Ob jemand rausgefallen ist? Die Speedboote drehen jedenfalls unbeeindruckt ihre Runden.


Dinner mit Ausblick


Da heute unser Hochzeitstag ist, wollen wir in Sachen Abendessen ein bisschen prassen. Also hatte ich heute Morgen eine Online-Reservierung im Steak-Restaurant The Keg im Embassy Suites Hotel gegenüber vorgenommen. Nun die Überraschung als wir dort aus dem Aufzug steigen: Das Restaurant hat wegen eines Wasserschadens geschlossen. Oops, da hätte ich heute Nachmittag besser nochmal meine Mails checken sollen…


Verhungern müssen wir trotzdem nicht, denn schon vor Wochen hatte ich außerdem einen Tisch im Edgewaters reserviert, einem Restaurant mit unverbaubarem Blick auf die Wasserfälle. Auf dem schnellsten Wege kommen wir jetzt per Seilbahn da runter, 2,50 Dollar kostet die einfache Fahrt mit der Incline Railway. Die Aussicht von der Terrasse des Edgewaters ist wirklich super - der Rest wirklich mittelmäßig. Von der Einrichtung erinnert das Restaurant an eine Kantine, die Musik ist zu laut und das Genre (Hardrock) unpassend für den Ort. Das Essen ist okay, aber nichts besonderes. Das mit dem Hochzeitstag-Dinner müssen wir demnächst nochmal nachholen.


Um 20:30 Uhr setzt dann die große Lichtershow ein, die Fälle werden in bunten Farben angestrahlt. Bei den American Falls sieht das ganz cool aus, hier stört nur die aufdringliche Leuchtreklame des Indianer-Kasinos das Bild. Die kanadischen Fälle zu beleuchten ist eigentlich komplett sinnlos, denn die Strahlen bleiben im Nebel der Gischt stecken. Aber nett ist das Schauspiel schon.

Gefahren: 36 Meilen / 58 Kilometer

Hotel: Radisson Hotel & Suites Fallsview - 115 EUR via Expedia