2012 Heartland US Day 1
Anflug auf PHL

Fr, Aug 31, 2012

SUNSET AN DER CHESAPEAKE BAY

Auf dem US Airways-Flug 701 sind wir fast schon Stammgäste, ist es doch bereits das dritte Mal, dass wir damit in den Amerika-Urlaub starten. Nach der Landung in Philadelphia geht es per Mietwagen Richtung Südwesten über die größte Flussmündung der USA bis nach Annapolis.

Der Check-In dauert fünf Minuten und auch der Rest des Vor-Abflug-Prozederes ist schnell erledigt. Wir sind froh, nicht Lufthansa zu fliegen, denn der just heute beginnende Streik der Flugbegleiter dürfte für die Passagiere recht nervenaufreibend werden. Von Chaos ist am Frankfurter Flughafen aber nichts zu spüren, die meisten Transatlantik-Flüge der LH scheinen rauszugehen.


Beim Boarding des A330-300 stellen wir fest, dass die Kabine seit letztem Jahr generalüberholt wurde. Die Sitze sind neu und bieten angenehm üppigen Abstand zum Vordermann. Dazu ist das Inseat-Entertainment gut bestückt. Ein paar Filme und ein kurzes Mittagsschläfchen zur Musik des Ambient-Kanals verkürzen die neun Stunden Flugzeit.


Auf "Chicken or Pasta" verzichten wir, die waren letztes Mal nicht so berauschend, und verdrücken lieber zwei Sandwiches, die wir uns noch am Flughafen beim Bäcker geholt haben. Vor der Landung gibt es dann ein ganz leckeres Panini. Über New England reißt auch endlich die Wolkendecke wieder auf und es lassen sich gut Cape Cod, Newport und die endlos scheinenden Strände von Long Island ausmachen. Bei strahlendem Sonnenschein landen wir auf dem Philadelphia International Airport.



Die Einreise zieht sich


Genau so lange wie beim letzten Mal dauert die Immigration - geschlagene 45 Minuten. Erst bewegt sich die Schlange ganz zügig vorwärts, dann verteilen sie die Reisenden sinnloserweise vor jedem Schalter noch auf einzelne Gruppen. Hier ist es Glückssache, ob der Officer vorne von der schnellen Truppe oder eine Schnecke ist. Echt erstaunlich, was für unterschiedliche Geschwindigkeiten die da bei der Passkontrolle haben. Unserer ist Durchschnitt - recht lahm, aber freundlich.


Die Koffer sind dann schon vom Band genommen und wild in der Ankunftshalle verteilt worden. Warum man das an amerikanischen Flughäfen immer macht, werde ich nie verstehen. Ist ja nicht so, dass da ein Flieger nach dem anderen reinkäme. Immerhin ist unser Gepäck dabei, der Zoll schnell passiert - wir sind wieder in den Vereinigten Staaten. Juhuu!


Am erstbesten Geldautomaten ziehen wir uns Bares, dann machen wir uns auf die Suche nach dem Shuttle-Bus von Dollar Rent-A-Car. Die Hitze erschlägt uns fast, als wir aus dem Terminal treten. Lange warten müssen wir zwar nicht, die Mietwagenstation wäre aber ebenso gut zu Fuß zu erreichen gewesen, denn sie liegt direkt auf der anderen Seite des Parkhauses, vor dem wir in den Bus gestiegen sind. Die Fahrt ist also eher eine klimatisierte Ehrenrunde.


Bei Dollar bekommen wir einen brandneuen Ford Escape mit knapp 4.000 Meilen auf dem Tacho und Sirius-Satellitenradio. Sehr schön! Allerdings dreht mir der Agent eine wohl unnötige Autobahn-Flatrate an, die um die 11 Dollar am Tag kostet. Damit lassen sich alle Mautstellen auf der Express Lane passieren. So viele Toll Roads werden wir aber wohl gar nicht fahren können, dass sich das bezahlt machen würde. Na ja, testen wir es mal. Ab sofort ziert ein kleiner weißer Kasten die Windschutzscheibe.


On the Road Again


Die I-95, Hauptverkehrsader der Ostküste, ist Freitagnachmittag brechend voll. Eine wahre Blechlawine bewegt sich nach Süden, denn da sind die Strände von Delaware. Bei über 30°C und einem langen Wochenende vor der Tür ist der Stau vorprogrammiert. Irgendwann können wir dem entkommen, denn Richtung Maryland wollen anscheinend nicht so viele der Wochenend-Ausflügler.


In Middletown halten wir kurz bei Walgreens und erledigen die ersten Einkäufe. Ab jetzt kommen wir auf der State Route 301 gut voran. Es geht übers platte Land - viel Wald, viel Mais.


Gegen 18:30 Uhr erreichen wir Kent Narrows, eine Meerenge der Chesapeake Bay, wo sich ein Fisch-Restaurant ans andere reiht. Genau mein Ding! Beim Fishermann's Inn & Crab Deck bekommen wir einen schönen Platz direkt am Wasser. Enten und Möwen sind in Position, um ein paar Leckerbissen abzugreifen, nebenan am Steg dümpeln die Jachten, die Sonne färbt sich langsam orangerot und schickt uns die letzten Strahlen des Tages - der perfekte Ort für das erste Abendessen dieses Urlaubs. Kulinarisch nicht überwältigend, aber atmosphärisch wirklich kaum zu toppen.


Bis Annapolis ist es nun nur noch eine kurze Fahrt auf der sich spektakulär über die Bucht schwingenden Bay Bridge. Hat was von Overseas-Highway. Das Best Western Hotel liegt direkt an der Autobahn - und hat sehr hellhörige Zimmer. Der erfahrene Reisende hält für solche Fälle natürlich Ohropax vor, sonst ginge das hier gar nicht. Die Betten sind dafür sehr bequem und so schlafen wir ganz gut für eine erste Nacht sechs Zeitzonen von daheim entfernt.

Hotel: Best Western Annapolis - 97 EUR via Octopus.com


Nützliche Links:

Visit Maryland - Official Site of State of Maryland Tourism

Explore the Chesapeake - Website des National Park Service

Washingtonian - How to Spend a Day at the Chesapeake Bay

Kent Narrows - Wo die Bay am engsten ist

Visit Annapolis - Reisetipps für die Hauptstadt Marylands

Visit the USA - Übersicht zu Annapolis, Maryland