2012 Florida Day 6
Overseas Highway

Fr, Nov 23, 2012

VON KEY ZU KEY

Für die nächste Station der Reise nähern wir uns wieder dem Festland, bleiben aber auf den Florida Keys: Key Largo heißt das Ziel. Und auf dem Weg dahin gibt es einige lohnende Stopps.

Der Tag beginnt wie der gestrige mit einem gemütlichen Frühstück im Hammock's Café. Nach dem Packen unserer Siebensachen fahren wir dann noch einmal nach Key West. Ein bisschen wollen wir uns noch umschauen. Ist ja doch ein sehr hübsches Städtchen. Sogar ein Weißes Haus hat es hier. Also "weiß" nicht (nur) im Sinne von "weiß angestrichen", nein, es handelt sich um einen echten Regierungssitz. Immerhin 175 Tages seiner Amtszeit verbrachte Präsident Harry S. Truman zwischen 1946 und 1952 im Little White House und auch andere Staatsoberhäupter wie Eisenhower, Kennedy oder Clinton wussten das angenehme Klima auf Key West zu schätzen. Wir waren jetzt immerhin mal im Garten, für eine kostenpflichtige Führung erscheint uns das Ganze dann doch nicht aufregend genug.

 

Vor dem Hemingway Home ein paar Blocks weiter wartet schon eine Schlange von Menschen auf Einlass. Das Haus haben wir uns beim letzten Besuch auf Key West angeschaut, viel dürfte sich nicht verändert haben in den letzten Jahren, so dass wir uns auch das sparen. Ansonsten ist ein Besuch natürlich sehr empfehlenswert. Schon der sechszehigen Katzen wegen.

 

Key West von oben

 

Da wir unbedingt für irgendetwas Eintritt zahlen wollen, besuchen wir den Leuchtturm. 10 Dollar sind dafür fällig - was ein recht happiger Preis ist in Relation zur Dauer des Vergnügens. 88 Stufen rauf auf den Turm, die nicht besonders spektakuläre Aussicht über die Insel genießen, sich an höhenängstlichen Japanerinnen vorbeidrücken und schließlich einen Blick ins Museum im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters werfen - nach 15 Minuten sind wir damit durch.

 

Am Ende der Straße lässt sich schon der Southernmost Point ausmachen, die Betonsäule, die darauf hinweist, dass es von hier nur noch 90 Meilen bis Kuba sind. Klingt unspektakulär und ist es auch. Aber wie so oft gilt: Je mehr Touristen ein Foto von sich vor irgendeinem Ding gemacht haben, desto mehr Touristen wollen es ihnen nachtun. Und wenn sie dafür aus Indien anreisen müssen. Ich nenne die Stelle ab jetzt nur noch "Southernmost Circus". Gleich daneben: Das Southernmost House und das Southernmost Hotel mit dem Southernmost Beach. Ist ja klar.

 

Nach Ansicht all dieser unvergesslichen Orte spazieren wir auf der Duval Street zurück Richtung Auto. Fast wäre ich jetzt in Stimmung für einen Drink im Fat Tuesday, aber hey: Es ist gerade Mittag und wir haben auch noch 100 Meilen zu fahren. Also verkneifen wir uns das mit den Getränken.

 

Gleich nachdem wir Key West über eine kleine Brücke verlassen haben, halten wir schon wieder. Das Sandal Outlet rechts der Straße bietet dringend von Conny benötigte Flip-Flops sowie dringend von mir benötigte Badehosen feil. Wir werden fündig im Angebot.

 

Wo Florida am karibischsten ist

 

Nächster Stopp: Bahia Honda State Park. Die Strände gelten mit als die schönsten Floridas: Kristallklares Wasser, weißer Korallensand, Kokospalmen - viel karibischer kann Amerika nicht sein. Außerdem ist hier ein sehr pitoresker Abschnitt der alten Eisenbahnbrücke erhalten. Wir wollen das perfekte Wetter für etwas Beach Life nutzen. 8 Dollar Eintritt sind für den State Park zu berappen. Die sind allerdings gut angelegt, Parkplätze, Umkleiden und Picknicktische tiptop. Ab ins Wasser!

 

 

Als wir das letzte Mal im September in Florida waren, hatte das Meer Badewassertemperatur. Jetzt Ende November ist es ganz schön frisch, aber wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, lässt es sich doch prima darin schwimmen. Conny ist überhaupt kein Fan von Salzwasser und Wellen und bleibt lieber am Strand. Bevor sie dort von der Sonne durchgeschmort wird, beende ich meinen Ausflug in die Fluten und wir schauen uns den Rest des Parks an. Natürlich könnte man hier auch getrost einen ganzen Tag verbringen, sogar Ausflüge zum vorgelagerten Korallenriff werden angeboten. Wir belassen es für heute bei einer kurzen Stippvisite und fahren bald den Highway 1 weiter Richtung Key Largo.

 

Auf Islamorada halten wir noch einmal am an sich auch sehr fotogenen Anne's Beach. Allerdings ist die Flut gerade auf dem Höchststand und hat den Strand praktisch komplett überschwemmt. So spazieren wir nur den Bohlenweg entlang der Picknickplätze auf und ab und bringen dann - nach einer kurzen Zwangspause vor der einzigen Zugbrücke auf der ganzen Strecke, die natürlich genau in dem Moment für ein Boot hochgeklappt wird - die letzten Meilen bis Key Largo hinter uns. Das Hampton Inn ist eigentlich direkt an der Straße, die Beschilderung der Zufahrt allerdings so versteckt, dass wir gleich zwei Mal dran vorbeifahren - trotz Navi.

 

Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang

 

Während Conny erstmal unter die Dusche hüpft, werfe ich nur kurz meine Sachen ins Zimmer - es ist Zeit für den Sonnenuntergang und den müsste man vom kleinen Strand hinter dem Hotel aus perfekt sehen. So ist es! Einige Gäste haben sich schon versammelt, die Tiki-Bar hat ihnen Drinks serviert und alle schauen beseelt zu, wie die Sonne hinter der Bucht versinkt. Kaum jemand bekommt mit, dass aus dem Kanal nebenan zwei Manatees geschwommen kommen, offensichtlich Mutter und Kind. Ich erspähe die beiden direkt und auch den Mann im Kajak, mit dem sie auf Kollissionskurs sind. Rumms! Beide, Seekuh und Paddler, erschrecken sich fast zu Tode. Ich rufe ihm zu, dass das ein Manatee war und er entschuldigt sich für den Zusammenstoß bei mir. Dabei kann er da ja nun wirklich nichts dafür. Lustige Szene.

 

Frisch geduscht machen wir uns dann auf zum Abendessen. Das gibt's auf der anderen Straßenseite im Fish House. Es sind wirklich nur ein paar hundert Meter zu laufen, aber die haben es in sich. Erstens ist der Straßenrand natürlich null beleuchtet, denn wer geht hier schon zu Fuß? Zweitens ist es gar nicht so einfach, eine Lücke im Strom der Autos zu finden, und drittens sammelt Conny beim Weg durch das Gras auf dem Mittelstreifen jede Menge Kletten ein. Die muss ich ihr dann erstmal von den Riemchenschuhen klauben. Schließlich erreichen wir aber doch das Restaurant - und das ist genau unser Laden! Oberkitschig eingerichtet, mit kunterbunten Lampen an der Decke und gestopft voll. Hier kann das Essen nur gut sein. Wer irgendwie auf Fisch steht, sollte auf Key Largo unbedingt im Fish House einkehren. 10 Punkte!

 

Völlig knülle torkeln wir am Ende wieder über den Highway zurück zum Hotel und fallen in unser sehr bequemes Bett. So kann der Urlaub weitergehen.

Gefahren: 109 Meilen / 175 Kilometer

Hotel: Hampton Inn Key Largo - 119 EUR via easyclicktravel

 

Nützliche Links:

Welcome to Key West - umfangreiche Seite mit Besucherinfos

The Florida Keys & Key West - prima Reiseführer für die Keys

Visit Florida - Besucherinformationen zu Key Largo

TripAdvisor Forum Florida Keys - auch hier: Antworten auf alle Fragen