20150418 Asien Day 7
Schilder über Schilder prägen das Straßenbild

Sa, Apr 18, 2015

GANZ SCHÖN CHINA

Heute schauen wir uns in Kowloon um, dem Stadtteil auf der Festlandseite Hong Kongs. Dieser hat lange nicht so viele bekannte Sehenswürdigkeiten zu bieten wie die Viertel jenseits des Flusses, dafür kann man sich hier wunderbar durch die Straßen und über Märkte treiben lassen und so am wuseligen Leben der Stadt teilnehmen.

Nach dem langen Marsch durch Hong Kong gestern schlafen wir erstmal aus. Der Himmel präsentiert sich grau in grau, der Victoria Peak steckt in den Wolken. Was hatten wir gestern doch für ein Glück mit dem Wetter! Wenn das heute nicht mitspielt, müssen wir uns auch gar keine größeren Ausflüge, etwa nach Lantau mit seiner riesigen Buddha-Statue, auf die Fahne schreiben. Wir bleiben einfach in Kowloon.

 

Zum Frühstück wollen wir eigentlich in eine Bäckerei in der benachbarten iSquare Shopping Mall, finden diese aber in dem weitläufigen Einkaufstempel nicht. Also landen wir einmal mehr bei Starbucks.

 

Ein Museum erzählt die Geschichte der Stadt

 

Wir besuchen das Hong Kong Museum of History. Der architektonisch eher unscheinbare Bau beherbergt eine ziemlich umfassende, multi-medial aufbereitete und sehr interessante Darstellung der Geschichte Hong Kongs - von der Entstehung der besonderen Flora und Fauna in Jahrmillionen über die Kultur der verschiedenen Völker, die sich im Laufe der Zeit in Südchina niederließen, bis zur Rückgabe der britischen Kolonie an die Volksrepublik. Zwei Stunden kann man in dem Museum locker verbringen.

 

Anschließend lassen wir uns kreuz und quer durch Kowloon treiben, das doch ein etwas anderes, chinesischer geprägtes Bild abgibt als das weltstädtische Hong Kong auf der anderen Seite des Victoria Harbour. Wir bummeln noch durch den Kowloon Park mit seinen Gärten, Vogelgehegen und einer Ausstellung überlebensgroßer japanischer Comichelden (die uns allesamt unbekannt sind), dann machen wir Siesta auf dem Hotelzimmer.

 

Ein ganzes Stadtviertel wird zum Nachtmarkt

 

Am frühen Abend nehmen wir die wahnsinnig volle U-Bahn ins Viertel Mong Kok. Die Menschenmassen in der Bahn sind aber nichts gegen das, was uns auf der Straße erwartet. Man stelle sich den New Yorker Times Square vor, rücke die Häuser enger zusammen, versehe diese mit chinesischen Neon-Schriftzeichen und stelle die Straßen voller Marktbuden - so ungefähr muss man sich Mong Kok an einem Samstagabend vorstellen. Man kommt sich vor wie in einen Bienenschwarm geworfen. Gekrönt wird das irre Gewusel noch durch schräg singende Straßenmusiker und Tänzer, um die sich aus dem Nichts Menschenaufläufe bilden, was ein Durchkommen fast unmöglich macht.

 

Warum wir hier sind? Es gibt eine Straße, die Fu Yuen Street, die nicht umsonst den Spitznamen “Sneaker Alley” trägt. Hier gibt es nicht einen Nike- oder Adidas-Laden, hier gibt es von jeder Marke drei und ein paar weitere noch dazu. Ich werde direkt bei New Balance fündig. Die sind in Asien überall der Shit! Und obwohl der Euro gegenüber dem Hong Kong Dollar in einem Jahr fast ein Viertel seines Werts verloren hat, sind die Schuhe hier um einiges günstiger als daheim.

 

Entlang der Nord-Süd-Hauptstraße durch Kowloon, der Nathan Road, ist das Gedränge etwas geringer, also laufen wir die entlang bis zum Tempel Street Night Market in Yau Ma Tei. Unzählige Verkaufsstände bieten gefälschte Markenartikel, Nippes und Sexspielzeug an. An den Straßenecken befinden sich offene Seafood Restaurants. Allerdings entsprechen unter Neonlampen gestellte Plastikmöbel, Gaskocher, Theken und Bassins, in denen das Essen noch lebendig herumschwimmt, nicht so ganz unserer Vorstellung einer Location zum gediegenen Abendessen. Dazu überfordert uns die Auswahl. Wir sind mit chinesischem Essen überhaupt nicht vertraut, um bei dem Angebot in Kowloon aus dem Vollen schöpfen zu können. Schließlich landen wir wieder in der am Morgen bereits besuchten iSquare Mall, in der sich mehrere Gourmetrestaurants befinden, aber auch einfachere Imbisse. Das Yumemia bietet anscheinend aus allen Küchen Asiens etwas - allerdings wohl nicht das Beste. Connys Nudeln sind erstaunlich geschmacksneutral, ich habe mit meinem Katsu Kare, japanischem Curry, nicht viel falsch gemacht. Immerhin finden wir die Bäckerei, nach der wir vorhin vergeblich gesucht hatten. Wir wissen also, wo wir morgen früh hingehen können.

 

Zeit für die Bundesliga

 

Daheim in Deutschland ist es jetzt Samstagnachmittag 15:30 Uhr - Zeit für die Bundesliga! Ich hatte bereits recherchiert, dass es in der Nähe unseres Hotels ein deutsches Restaurant namens “Biergarten” geben soll, in dem die Spiele live übertragen werden. Dem ist auch so, allerdings in so schlechter Bildqualität, dass ich mir das auf keinen Fall antun kann. Nicht besser schaut es in der Bar des Holiday Inn aus. Da kann man auch gleich Radio hören... Aber schau an: Der Fernseher auf unserem Zimmer hat den chinesischen Sportkanal, der die Bundesliga zeigt, in der Senderliste. Zwar nur Hoffenheim gegen Bayern, aber immerhin. Nebenbei behalte ich den Liveticker aus Freiburg im Auge, wo meine Nullfünfer mal wieder einen Auswärtssieg landen. Der perfekte Abschluss für diesen Tag.

Unterkunft: The Salisbury YMCA - 152 EUR via amoma.com

 

Nützliche Links

Discover Hong Kong - das Wichtigste auf einen Blick

Tripadvisor Hong Kong Travel Forum - hier gibt es Antworten auf ALLE Fragen

Lonely Planet - prima Einführung

China Highlights - How to Plan a 3-Day Tour of Hong Kong's Highlights

Hongkong.net - alles zum ÖPNV in Hong Kong

Hong Kong Reisevorbereitung - Sylwia Buchs Website hat praktische Tipps