20150427 Asien Day 16
Singapur bei Nacht

Mo, Apr 27, 2015

SCHWIMMEN AUF 191 METERN

Es heißt Abschied nehmen von Phuket - und vor allem von unserem tollen Zimmer im Indigo Pearl Resort. Der Pool passt leider nicht in den Koffer. Zurück in Singapur dürfen wir uns aber auch wieder in einem ganz besonderen Schwimmbad erfrischen - auf dem Dach des Marina Bay Sands.

Nach dem Frühstück und dem Bezahlen der Rechnung bringt uns das vom Hotel bestellte Taxi pünktlich um 8 Uhr zum Flughafen. An dem wird gerade heftig gebaut, ein neues Terminal entsteht. Wer demnächst also dort hin- oder abfliegt wird womöglich nicht mehr das - zumindest in der Halle mit den Check-In-Schaltern - ziemlich beengte Terminal 1 oder den provisorischen Charme von Terminal 2 kennenlernen müssen. Immerhin elf Millionen Passagiere kommen hier im Jahr durch. Wird dringend Zeit für eine Erweiterung.


Etwas irritierend ist, dass auf der Anzeigetafel gleich drei Singapur-Flüge untereinander stehen und neben der Abflugzeit alle möglichen Code-Share-Flugnummern durchlaufen. Wir sind wieder auf Jetstar gebucht und finden problemlos unser Gate. Die ganze Abwicklung ist easy und stressfrei, ebenso Security und Passkontrolle.


Der Anflug auf Singapur gerät ob einiger zu durchfliegenden Gewitterwolken etwas ruppig, der A320 setzt aber sicher und pünktlich auf der Landebahn des Changi Airports auf. Keine halbe Stunde später sind wir eingereist und mit unseren Koffern an der Hand auf dem Weg zur Bahn. Irgendwie fühlt sich das Ganze wie ein Déjà-vu an...


Zugang nur für Gäste


Schon gegen halb drei, und damit vor der eigentlich vom Hotel vorgegebenen Check-In-Zeit, stehen wir an der Rezeption von Tower 3 des Marina Bay Sands, erhalten die Key Cards für unser Zimmer und rauschen mit dem Aufzug in den 49. Stock. Wie man es von einem Zimmer, das 330 Euro die Nacht kostet, erwarten darf, ist es sehr geräumig und mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet. Auch die Aussicht auf die Gardens by the Bay und die vor Singapur zu Hunderten vor Anker liegenden Schiffe kann sich sehen lassen. Die größte Attraktion des Sands ist aber ohne Zweifel sein Pool, der sich auf einer gigantischen, auf das Dach der drei Hoteltürme gesetzten Plattform befindet. Zugang nur für Gäste.


Leider spielt das Wetter nicht so ganz mit, es ist wolkig und relativ kühl in 191 Metern Höhe. Trotzdem wollen wir natürlich heute Nachmittag diesen Pool aufsuchen. Dazu fahren wir in die 57. Etage, zeigen am Empfang unsere Schlüsselkarten vor und suchen uns zwei freie Liegen. Der Anblick der Skyline, die nahtlos aus dem Schwimmbecken aufzusteigen scheint, ist wahrlich beeindruckend. Was man auf den meisten Fotos, die da oben gemacht werden, nicht sieht, sind freilich die vielen Menschen, mit denen man sich das 150 Meter breite Becken teilen muss. Die Exklusivität der Location ist bei einem Hotel mit über 2.500 Zimmern halt doch relativ.


Es hat hier oben auch noch mehrere Whirlpools, darunter einen höllisch heißen, der denn auch den Erwachsenen vorbehalten ist. Ich bin mir fast sicher, dass man auch Hummer darin kochen könnte. Aber der erfrischende Infinity Pool ist ja nicht weit entfernt.


Nach zwei Stunden, in denen dann sogar die Sonne noch herausgekommen ist, haben wir erstmal genug gepoolt  - und genug gesehen. Es ist wirklich kaum zu fassen, wie sich die Chinesen für ein originelles Foto von sich selbst zum Affen machen. Denkerpose mit Händen am Kinn ist nicht das albernste, selbst wenn man dabei eine golden verspiegelte Sonnenbrille trägt. Ich beobachte eine junge Frau, die einen Spagat über zwei Liegestühle vollführt, während sie ihr Freund fotografiert. Ohne Worte.


Pizza als letztes Abendessen


Zum Abendessen folgen wir einer Empfehlung des Lonely Planet in die Pizzeria Mozza in der Shopping Mall an der Marina Bay. Die Pizza ist teuer aber gut, genau so wie das Craft Beer der örtlichen Brewerkz Brauerei. Wir werden genau rechtzeitig fertig, um uns nach dem Essen die Licht- und Wassershow “Wonder Full” an der Promenade anzuschauen. Ob die mehr kann als ihr Pendant in Hong Kong?


Das Plus von “Wonder Full” ist der Einsatz von Feuer, Wasser und Seifenblasen. Die bessere Musik wird auch dazu gespielt, etwa Louis Armstrong. Trotzdem ist das auch hier eine ziemliche lahme Angelegenheit. Wie oft haben wir schon in Las Vegas an den Fountains vor dem Bellagio gestanden und uns von dem perfekt choreografierten Spiel aus Wasser und Musik berühren lassen. Von dieser Emotionalität sind die Aufführungen hier meilenweit entfernt. In Sachen Entertainment lassen sich die Amerikaner halt so schnell nichts vormachen.


Fantastische Lightshow in den Gardens by the Bay


Wir schauen noch mal in den Gardens by the Bay vorbei. Von den “Super Trees”, bis zu 50 Meter hohe bewachsene Stahlgerüste, haben wir schon Bilder mit toller nächtlicher Beleuchtung gesehen. Tatsächlich schauen die aber überhaupt nicht spektakulär aus. Dann geht es auf einmal los...


Wir stehen zufällig auf einer Plattform in der ersten Reihe. Synchron zu einem Medley aus bekannten Disney-Soundtracks werden die Super Trees in wechselnden Farben illuminiert. Es wirkt fast, als würden die riesigen Gebilde tanzen. Diese "Garden Rhapsody" genannte Show ist toll gemacht und entschädigt für die dürren Aufführungen, die wir vorhin an der Promenade der Marina Bay sowie vor ein paar Tagen in Hong Kong  erlebt hatten.



Ziemlich geflasht machen wir uns danach auf den Weg zurück ins Sands. Wir fahren noch einmal auf das Dach des Hotels.


Bevor ich mich auf eine letzte Runde in den nun fast schon überfüllten Pool begebe, schauen wir auf dem Observation Deck vorbei. Die Aussichtsterrasse befindet sich auf dem über das Gebäude hinausragenden Teil der Plattform - etwas angsteinflößend.


Der Blick auf die nächtliche Skyline von Singapur ist natürlich grandios und gegen 23 Dollar auch für Nicht-Hotelgäste zu haben. Wir haben den Eintritt mit dem Zimmerpreis abgegolten. Wäre ja auch noch schöner.

Unterkunft: Marina Bay Sands - 330 EUR 


Nützliche Links

Visit Singapore - die offizielle Tourist & Travel Website

Tripadvisor Singapore Travel Forum - hier gibt es Antworten auf ALLE Fragen

Remember Singapore - die Stadt früher und heute

Lonely Planet - prima Einführung zu Singapur