20150421 Asien Day 10
Former Hill Street Police Station

Di, Apr 21, 2015

REIF FÜR DIE INSEL

Nach 48 Stunden in Singapur und drei Metropolen in neun Tagen läuten wir den entspannten Teil der Reise ein. Wir fliegen nach Thailand und quartieren uns in einem traumhaften Luxusresort auf der Ferieninsel Phuket ein.

Wo wir erst spät in der Nacht ins Bett gekommen sind und am Nachmittag die Weiterreise nach Phuket auf dem Programm steht, lassen wir den Morgen entspannt angehen. Zum Frühstück gehen wir wieder in die schweizer Bäckerei, die wegen eines Stromausfalls aber nicht ganz so viel Auswahl hat wie gestern. Für uns trotzdem ausreichend. Da Conny keine Lust mehr auf Besichtigungen hat, ziehe ich dann alleine los.


Für den Besuch eines Museums scheint mir die Zeit zu knapp. Schließlich müssen wir um 12 Uhr aus dem Zimmer raus und vor zehn macht nichts auf. Ich spaziere einfach erstmal den Fluss entlang und schaue mich am Boat Quay um, der sich dem Clarke Quay direkt anschließenden Kneipenmeile. Um den Raffles Place, schon von den Briten als Geschäftszentrum der Stadt geplant, schießen die Hochhäuser gen Himmel. Am Fullerton Hotel, früher das General Post Office von Singapur, überquere ich auf der Cavenagh Bridge den Fluss. Die ist seit 1910 den Fußgängern vorbehalten und für “all cattle and horses” gesperrt, worüber seit 105 Jahren ein metallenes Schild des Chief Police Officer informiert. Es scheint zu wirken, ich habe hier weder Vieh noch Pferd zu Gesicht bekommen.


Vorbei an der historischen Feuerwehrstation spaziere ich in den Fort Canning Park, grün bewachsener Hügel über der Altstadt. Als die Engländer um Samford Raffles 1819 in Singapur landeten, hatten die einheimischen Malaien den “Forbidden Hill” seit Jahrhunderten nicht betreten, hielt sich doch die Sage, da oben hätte einst ein vorzeitlicher König seinen Palast gehabt. Dessen Geist wollte man lieber nicht wecken. Die Briten fanden tatsächlich allerlei uraltes Mauerwerk unter Büschen und Bäumen und heute weiß man, dass Singapur schon im 14. Jahrhundert ein wichtiges Handelszentrum in Südostasien war, dann aber im Kampf zwischen Siam, dem heutigen Thailand, und den malaiischen Sultanen zwischen die Fronten geriet und seine Bedeutung einbüßte.


Die Briten versuchten natürlich, sich die strategisch perfekt oberhalb der Mündung des Singapore River gelegene Erhebung zunutze zu machen, bauten erst den Gouverneurssitz, dann eine Festung, die es im friedlichen 19. Jahrhundert nicht brauchte und die im 20. Jahrhundert gegen die Japaner nichts brachte. Auch einen Leuchtturm gab es hier oben. Den kann man immernoch bewundern, auch wenn er seit Ende der Fünfzigerjahre von den modernen Hochhäusern überragt und daher nicht mehr genutzt wird.


Katzensprung nach Phuket


Auf viel Geschichte trifft man also im Fort Canning Park, allerdings ist es hier genauso schwül-warm wie unten in der Stadt. Deshalb gebe ich auch irgendwann das Sightseeing auf, suche mir die nächstgelegene U-Bahn-Station und fahre zurück ins Hotel. Um Punkt zwölf checken wir aus und begeben uns zum Changi Airport.


Um 15 Uhr fliegt uns Jetstar nach Phuket, wo wir kaum eineinhalb Stunden später auch schon landen, und da Thailand in einer anderen Zeitzone liegt, bekommen wir eine Stunde geschenkt. Um kurz vor vier sind wir eingereist und treffen in der Ankunftshalle unsere beim Hotel bestellte Abholerin, die dafür sorgt, dass wir ganz komfortabel per Minibus in das nur zwei Kilometer entfernte Indigo Pearl Resort geshuttelt werden.

Unsere Mission in Thailand: Entspannung! Phuket war da ein naheliegendes Ziel, da es eben nur einen kurzen Flug von Singapur entfernt ist. Ausschlaggebend bei der Auswahl war letztlich das viel versprechende Resort, zu dem wir dank der Nähe zum Flughafen auch keine lange Anfahrt in Kauf nehmen müssen - obwohl weiter südlich die schöneren Strände sein sollen. Mal schauen, was wir die nächsten Tage treiben. Patong Beach, so etwas wie der Ballermann vor allem der australischen Touristen auf Phuket, interessiert uns jedenfalls nicht.


Das Hotel ist ein Traum


Der erste Eindruck des Indigo Pearl bestätigt unsere Erwartung. Das Design der Anlage ist außergewöhnlich: Architektonisch erinnert das Ganze an eine vom tropischen Dschungel überwucherte Industrieanlage, an das Erbe Phukets als Ort der Rohstoffgewinnung, wird auf der Insel doch schon seit Jahrhunderten in großem Maßstab Zinn abgebaut und verarbeitet. Es war vor allem dieser Reichtum, der die Portugiesen hier Fuß fassen ließ. In der Altstadt von Phuket finden sich noch einige prächtige Häuser, die an die sino-portugiesische Vergangenheit Phukets erinnern. Aber davon werden wir selbst wohl eher nichts zu sehen bekommen.


Das Beste an unserem Hotel ist aber natürlich der Luxus, den es bietet: Unser an sich schon mehr als geräumiges Zimmer verfügt über eine private Terrasse mit Pool. Hammer! Bevor wir den entern, schauen wir aber erstmal an einem der drei sonstigen Schwimmbecken der Anlage vorbei. Am “Adult Pool” (ab 16) ist es am späten Nachmittag schon relativ ruhig - bis auf drei junge Russen, die wie die Halbstarken im Provinzfreibad herumtoben. Immer wieder unangenehm, wenn sich Klischees so plump bestätigen.


Unser Abendessen findet dafür in sehr gediegenem Rahmen statt, nämlich im Black Ginger, einem edlen Thai-Restaurant, zu dem die Gäste mit dem Floß über einen See gebracht werden. Sehr cool. Die Preise im Black Ginger sind gesalzen, der Service dafür absolut perfekt und Essen und Cocktails über jeden Zweifel erhaben. Am Ende lassen wir hier 140 Euro. Jeden Abend werden wir uns das nicht leisten können...

Unterkunft: Indigo Pearl Resort (mittlerweile The Slate), Phuket - 185 EUR via TUI


Nützliche Links

Visit Singapore - die offizielle Tourist & Travel Website

Tripadvisor Singapore Travel Forum - hier gibt es Antworten auf ALLE Fragen

Remember Singapore - die Stadt früher und heute

Lonely Planet - prima Einführung zu Singapur

...und zu Phuket natürlich auch

Phuket Travel Guide - hotel.com hat einen umfangreichen Reiseführer online

Phuketastic - das Wichtigste zum Reisen nach Thailand auf einen Blick (und in deutsch)

Phuket-Trip - umfangreiche deutsche Website über das beliebte Reiseziel

Urlaubsguru - auch hier erfährt man das Wichtigste für den Urlaub auf Phuket