20160708 GTA
Autozug durch den Simplontunnel

Fr, Jul 8, 2016

 

VON DER RHÔNE AN DEN RHEIN

Die Rückreise mit der Bahn geht durch den Simplontunnel und das Rhônetal, über Bern und Basel nach Mainz am Rhein.

Morgens ist das Zimmer im Bellevue wieder genauso stickig heiß wie bei unserer Ankunft in Gondo gestern Nachmittag. Das liegt daran, dass Johannes in der Nacht das Fenster geschlossen hat. Dummerweise geht das nämlich zur Straße, dummerweise fahren auch nachts jede Menge LKW über den Simplon, dummerweise schläft Johannes immer ohne Ohrstöpsel. Ich habe ja nichts von dem Verkehr mitbekommen, brauche dafür jetzt fast schon wieder eine kalte Dusche.

 

Das letzte Mal auf dieser Reise packen wir unsere Rucksäcke. Ab jetzt müssen die beiden Damen ohne uns klarkommen. Sie setzen heute Mittag den Weg auf der GTA fort, Johannes, dessen Pläne sich kurzfristig geändert haben, und ich treten die Bahnfahrt nach Hause an.

 

Nach dem Frühstück, es ist das beste der ganzen Woche, verabschieden wir uns also von Sabine und Jutta und laufen zur Bushaltestelle an der Zollstation. Beim Blick auf den dort angeschlagenen Fahrplan fährt mir kurz der Schock in die Glieder: Da steht was von "Rufbus". Hätten wir etwa anrufen müssen? Schon die Bedienung im Hotel meinte vorhin, dass ihres Wissens nach in den Schulferien kein regelmäßiger Bus nach Iselle di Trasquera fahren würde. Meine Erleichterung ist also nicht gerade klein, als auf die Minute pünktlich um 8:40 Uhr ein gelb-rot lackierter Postbus um die Ecke am Stockalperturm gebogen kommt. Zehn Minuten später setzt uns dieser am ersten italienischen Bahnhof hinter dem Simplontunnel ab. Der Fahrer erklärt uns noch den Weg zum richtigen Bahnsteig. Sehr nett.

 

Nie ohne Schoki aus der Schweiz

 

Mit dem Autozug geht es dann durch den knapp 20 Kilometer langen Tunnel nach Brig im Rhônetal. Die Gegend kenne ich sehr gut, sind wir doch im Urlaub früher öfter ins benachbarte Brigerbad gefahren. Auch die nun folgende Fahrt mit einem Intercity durch den Lötschbergtunnel ins Berner Oberland weckt schöne Erinnerungen.

Um kurz vor elf erreichen wir Bern, wo wir Anschluss an einen deutschen ICE nach Basel haben. Dieser ICE ist der einzige verspätete Zug der ganzen Reise, so dass in Basel nur ein paar Minuten zum Umsteigen in einen Eurocity nach Mainz bleiben. Die reichen mir aber, um einen Großteil der übrig gebliebenen Schweizer Franken in Schokolade umzusetzen. Damit ist auch gleich das Mittagessen gesichert.

 

Was für ein Unterschied beim Wetter heute im Vergleich zu unserer Anreise! Hingen da noch tief die grauen Wolken über der Rheinebene, brütet die Landschaft heute in der Sommerhitze. Bei über 30°C drückender Schwüle kommen wir um 15:20 Uhr in Mainz an. Uff, nach der frischen Bergluft der letzten Tage muss ich mich daran wohl erst mal wieder gewöhnen. Ich verabschiede mich von Johannes und nehme den Bus nach Hause. Das Abenteuer GTA ist für diesen Sommer beendet. Aber ich bin mir sicher, dass es eine Fortsetzung finden wird...